BBBank berechnete 3,50 Euro pro Abhebung
Gleicher Geldautomaten-Verbund - gleiche Gebühren

Banken innerhalb eines Geldautomaten-Verbundes dürfen nach einem Richterspruch die untereinander berechneten Gebühren nicht einseitig erhöhen.

HB STUTTGART. Der Vertrag, der die so genannten Interbanken-Entgelte regelt, könne nur gegenüber allen beteiligten Banken gekündigt werden, nicht aber im Verhältnis zu einem einzelnen Institut, urteilte das Oberlandesgericht Karlsruhe laut einer Mitteilung vom Mittwoch.

Im konkreten Fall ging es um einen Streit zwischen der Badischen Beamtenbank (BBBank) und der Volksbank Wiesloch. Beide Finanzinstitute gehören dem "BankCard ServiceNetz" der Volks- und Raiffeisenbanken an, die untereinander höchstens 1,02 Euro Gebühren verlangen, wenn ihre Kunden bei Partnerinstituten abheben. Die Banken entscheiden selbst, ob sie diese Gebühren auf die Kunden abwälzen, 99 Prozent verzichten in der Praxias darauf.

Die Volksbank Wiesloch 2004 hatte begonnen, von der BBBank 3,50 Euro pro Abhebung zu berechnen. Sie erklärte das damit, dass die BBBank in Wiesloch nur einen Geldautomaten aufgestellt hat und deren Kunden daher in der Regel Automaten der Volksbank nutzten. "Es bestand ein Missverhältnis von eins zu 20", sagte Vorstandschef Stefan Schwab Reuters. Dazu habe auch beigetragen, dass die in Karlsruhe ansässige BBBank von Volksbank-Kunden auf Grund ihres Markendesigns nicht als Genossenschaftsbank erkannt werde. Die deutschlandweit 150 BBBank-Geldautomaten würden von ihnen daher kaum genutzt.

Die BBBank gehört zu den wenigen Instituten, die die Gebühren teilweise an die Kunden weitergibt, was die Bank selbst mit der hohen Zahl ihrer Kunden begründet, die andere Automaten nutzen. "Die Entgelte von 1,02 Euro sind aber in jedem Fall kostendeckend", sagte BBBank-Chef Wolfgang Müller.

Trotz des Richterspruchs muss die BBBank für Abhebungen ihrer Kunden von Automaten der Volksbank Wiesloch weiterhin mehr bezahlen als 1,02 Euro. Denn die Volksbank aus der Stadt südlich von Heidelberg ist mittlerweile - wie 25 andere der knapp 1300 genossenschaftlichen Banken - aus dem "BankCard ServiceNetz" ausgetreten. Sie gewährt zwar den Volks- oder Raiffeisenbanken weiterhin den günstigen Tarif, nicht aber der BBBank.

Nach Einschätzung des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) sind solche Streitfälle die Ausnahme. "Es gibt auch keine Austrittswelle aus dem BankCard ServiceNetz", sagte eine Sprecherin.

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