Béatrice Guillaume-Grabisch: „Geheim ist geheim“

Béatrice Guillaume-Grabisch
„Geheim ist geheim“

Béatrice Guillaume-Grabisch ist Chefin von Coca -Cola Deutschland. Im Interview mit dem Handelsblatt spricht die Unternehmerin über ihren Führungsstil, die Lust auf die große, weite Welt und darüber, ob sie schon einmal Pepsi getrunken hat.

Frau Guillaume-Grabisch, erinnern Sie sich an Ihre erste Berührung mit einer Coca -Cola?

Die erste bewusste Erinnerung datiert aus meiner Studienzeit in Amerika. Ich habe dort die Coke Light für mich entdeckt und sie flaschenweise mit nach Hause geschleppt, denn in Frankreich gab es sie zu dieser Zeit noch nicht. Gehalten hat mein Vorrat allerdings nie lange. Ich hätte mir damals übrigens nie träumen lassen, dass ich Jahre später einmal an der Quelle arbeiten würde.

Sie sind Französin und seit anderthalb Jahren Chefin für den deutschen Markt bei einem amerikanischen Konzern. Klingt schwierig ...

... ist es aber nicht. Für mich ist die Arbeit in einem internationalen Umfeld ja nichts Neues. Ich habe in den Vereinigten Staaten und in Frankreich - dort für einen amerikanischen Konzern - gearbeitet, war bei einem französischen Unternehmen in Deutschland und führe jetzt das deutsche Geschäft eines amerikanischen Weltunternehmens. Ich versuche, das Beste aus allen diesen Kulturen in meinen Führungsstil einfließen zu lassen. Für mich ist das wie ein gut gemixter Cocktail.

Das hört sich klasse an, aber wie jongliert man mit den verschiedenen Unternehmenskulturen?

Die ergänzen sich wunderbar. Coca -Cola hierzulande verbindet Organisationskraft und Strukturiertheit, die für Deutschland typisch sind, mit der zupackenden, leidenschaftlichen Art der Amerikaner.

Ist das auch Ihre Art, das Zupacken?

Ich glaube schon. Es ist schwer für mich, etwas beiseite zu lassen und zu vernachlässigen.

Wie sieht Ihr Führungsstil aus? Sie sollen ja den Film "Der Teufel trägt Prada" mögen, in dem eine herrische Chefin ein hartes Regiment führt ...

... halt! Der Film hat mir gut gefallen, ja. Aber ich mag den Charakter der Figur nicht. Und was die Kontrolle angeht: Ich setze klar auf Vertrauen und verlasse mich auf meine Mitarbeiter.

Wer viel vertraut, wird leicht enttäuscht. Schon mal passiert?

Selbstverständlich. Aber jeder Enttäuschung stehen unzählige positive Erlebnisse gegenüber, in denen mein Vertrauen gerechtfertigt wurde. Zudem: Jede Enttäuschung beinhaltet einen Lernprozess und schärft die Menschenkenntnis.

Sie haben schon mit 21 an der Pariser Elite-Hochschule Essec graduiert. Sind Sie eine Streberin?

(lacht) Nein. Erstens fängt man in Frankreich früher an zu studieren. Und zweitens hatte ich auch ein bisschen Glück.

Trotzdem könnte man meinen, Sie haben nur gelernt, während andere Studenten Party machten ...

Sie wollen wissen, ob ich eine Nachteule bin? Auf jeden Fall. Wir haben während des Studiums viel gearbeitet, aber auch viel gefeiert. Nur: In meiner Studentenzeit kam ich mit weniger Schlaf aus als heute, zwanzig Jahre später. Aber auch heute begehe ich wichtige Anlässe gerne feierlich, ob nun im privaten Rahmen oder mit Mitarbeitern.

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