Befragung
Wohin Manager wechseln würden

Mittelständische Unternehmen werden als Arbeitgeber für Führungskräfte attraktiver. Das legt zumindest eine Untersuchung der Münchener Personalberatung Lachner Aden Beyer & Company (LAB) nahe. Die Beratungsgesellschaft fragte jüngst 239 deutsche Manager, welchen Unternehmenstyp sie bei einem beruflichen Wechsel bevorzugen würden.

DÜSSELDORF. Ergebnis: Etwas mehr als die Hälfte von ihnen würde am liebsten in den "gehobenen Mittelstand" gehen, also zu Firmen mit einem Umsatz von 50 bis 500 Mill. Euro. Weitere 13 Prozent entschieden sich für Großunternehmen, die mehrheitlich in Familienbesitz sind. Das Überraschende dabei: Von den in großen Publikumsgesellschaften beschäftigten Managern würden sich 47 Prozent im Falle eines Wechsels für den gehobenen Mittelstand entscheiden.

LAB macht dafür unter anderem die höhere Arbeitszufriedenheit von Führungskräften im Mittelstand verantwortlich. Das Gehalt steht für die meisten befragten Manager nicht an erster Stelle. Sie legen mehr Wert auf hohe Eigenverantwortung und schnelle Umsetzung eigener Ideen (siehe dazu die Grafik). Das gleiche Bild ergab eine Untersuchung der Leipziger Managerschmiede HHL. Die Business School befragte 2 188 Studenten, worauf sie später im Beruf am meisten Wert legten. "Hohe Eigenverantwortung" und "kurze Entscheidungswege" nannten sie an erster Stelle.

Von diesen Neigungen könnten viele Mittelständler mit ihrer übersichtlichen Firmenstruktur profitieren. Doch bremsen sie sich aus Sicht von Experten bei der Rekrutierung von Nachwuchskräften und bei deren Förderung oft selbst aus. "Die Personalarbeit in kleinen und mittelgroßen Unternehmen ist tendenziell chaotisch und wird oftmals nur nebenbei betrieben", beobachtet Heike Bruch, Direktorin am Institut für Führung und Personalmanagement der Universität St. Gallen. "Wenn sie langfristig erfolgreich bleiben wollen, muss ihr Personalmanagement aber professioneller werden."

Bruch empfiehlt Mittelständlern mehrere Strategien: Zum einen sollten sie ihren Bekanntheitsgrad unbedingt steigern, da dies ein wichtiges Kriterium für Bewerber sei, und zugleich die Suche nach dem Nachwuchs professionalisieren - etwa durch stärkeres Marketing an den Hochschulen. Zum anderen gelte es, die Mitarbeiter langfristig zu binden, etwa in Form von Beteiligungsmodellen.

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