Bei der Aco-Gruppe hängt der Haussegen schief
Eine Familie, die sich nichts schenkt

Der Mann mit dem lichten Haar und dem leicht pausbäckigen Gesicht versteht die Welt nicht mehr. Zwei Jahrzehnte arbeitet Hans-Julius Ahlmann mit seinem Onkel und Firmengründer Severin Ahlmann täglich zehn Stunden zusammen. Es gibt kaum Stress, meist werden sie sich schnell einig, wenn geschäftliche Entscheidungen anstehen.

HB HAMBURG. Doch nun hängt der Haussegen schief, was möglicherweise zu einem erbitterten Machtkampf führen wird. Denn seit Jahresbeginn streiten sich die Familienmitglieder vor dem Kieler Landgericht. Zankapfel ist ein privates Darlehen über rund 3,5 MillionenEuro. Neffe Hans-Julius behauptet, sein Onkel habe ihm das Geld geschenkt. Aber der 81-jährige Firmenpatriarch Severin sieht dies anders.

Er habe ihm zwar fast alle Gesellschaftsanteile geschenkt. Davon ausgenommen sei aber das millionenschwere Privatdarlehen, behauptet sein Rechtsanwalt. Mehrere Versuche, die Sache außergerichtlich beizulegen, sind bislang gescheitert.

Für den Krach hat sein Neffe bereits einen Schuldigen gefunden. „Seitdem mein Onkel eine neue, viel jüngere Partnerin hat, streiten wir uns“, begründet Hans-Julius den Sinneswandel. Sie habe es möglicherweise auf sein Geld abgesehen und wolle ihn dazu bewegen, dass er seine Firmenanteile zurückgibt.

Die Vorwürfe weist der Rechtsanwalt von Severin Ahlmann zurück. Die rund zwanzig Jahre jungere Frau an seiner Seite sei „finanziell völlig unabhängig“, schreibt der Advokat. Sie stammt aus einer Juristenfamilie und war früher mit dem Vorstandschef eines Industriekonzerns verheiratet. Eine Kennerin der Ahlmann-Familie berichtet zudem, dass ihm die Frau neuen Lebensmut gegeben habe. Dadurch habe er eine schwere Krebserkrankung überwunden. „Sie hat ihm auch geholfen, die cholerischen Anfälle seines Neffen besser zu ertragen“, berichtet die Kennerin.

Der Firmengründer – 1,70 Meter groß und von schmächtiger Statur – wolle durch die Klage feststellen, ob sein Neffe die millionenschwere Schenkung verdient habe. Ansonsten fordere er das Geld zurück. Der Firma würde kein Schaden entstehen, da sie über eine hohe Eigenkapitalquote verfüge.

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