Bei der Deutschen Börse
Deutliche Anzeichen für einen Breuer-Nachfolger

Bei der Suche nach neuem Personal für die Spitze der Deutschen Börse verdichten sich die Anzeichen, dass der Ex-Investmentbanker Kurt Viermetz Nachfolger von Aufsichtsratschef Rolf Breuer wird.

HB FRANKFURT/MAIN. „Es gibt viele Leute, die Viermetz wollen, nicht nur internationale Aktionäre, sondern auch solche aus Deutschland“, hieß es am Montag nach einer Aufsichtsratssitzung in Frankfurt - der ersten regulären nach dem Sturz der Börsenführung durch kritische Großaktionäre vor sieben Wochen.

Viermetz, früherer Aufsichtsratschef der HypoVereinsbank (HVB), war bereits kurz nach dem Sturz der Börsenführung am 9. Mai als möglicher Nachfolger Breuers gehandelt worden. Der 66-jährige Viermetz ist seit September 2003 oberster Kontrolleur der von der HVB abgespaltenen Hypo Real Estate.

Vor allem Anleger aus dem Ausland hatten den Führungswechsel bei der Börse erzwungen, nachdem sie zuvor die geplante Übernahme der Londoner Börse verhindert hatten. Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Börse, Werner Seifert, war am 9. Mai zurückgetreten, Breuer will seinen Posten spätestens Ende 2005 abgeben.

Wann eine Entscheidung über die Breuer-Nachfolge fällt, blieb am Montag offen. Bei der Sitzung ging es dem Vernehmen nach nicht um die Neubesetzung der Führungsämter. Stattdessen wurden die Ausschüsse des Aufsichtsrates mit den verbliebenen 17 Mitgliedern aufgefüllt. Nach dem Dauerstreit mit Aktionären um den britischen Hedge-Fonds TCI hatten vier Aufsichtsräte ihre Ämter niederlegt.

Bei der Suche nach einem Nachfolger von Börsenchef Seifert gibt es den Angaben zufolge trotz wochenlanger Spekulationen um zahlreiche Kandidaten noch keinen Favoriten. „Für den Vorstandsvorsitz gibt es noch nichts Konkretes“, sagte ein mit den Vorgängen Vertrauter. Unterdessen wurde der Hedge-Fonds TCI aus dem eigenen Lager kritisiert. „Es fördert nicht gerade den Verkauf von Hedge-Fonds- Produkten, wenn ein kleiner Fonds wie TCI den großen, bösen Jungen markiert“, sagte der Chef der britischen Man Group, Stanley Fink, dem „Handelsblatt“ (Montag). Der als spekulativ geltende TCI war auch in Deutschland teils scharf kritisiert worden, nach dem Angriff auf die Börse waren schärfere Kontrollen für Hedge-Fonds gefordert worden.

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