Bei Freispruch für Angeklagte will Staatsanwaltschaft den Bundesgerichtshof anrufen
Mannesmann-Prozess: Staatsanwaltschaft erwägt Revision beim BGH

Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft will nicht aufgeben: Sollten die Angeklagten im Mannesmann-Prozess freigesprochen werden, will sie Revision beim Bundesgerichtshof einlegen.

HB BERLIN. Nachdem die Richterin im Mannesmann-Prozess am Mittwoch schon angekündigt hatte, sie könne keine strafbaren Handlungen erkennen, gibt sich die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft dennoch nicht geschlagen: «Wir rechnen mit einem raschen Freispruch und bereiten uns auf die Fahrt nach Karlsruhe vor», zitiert die «Welt am Sonntag» (WamS) aus Kreisen der Staatsanwaltschaft, die im Falle einer Niederlage vor dem Bundesgerichtshof (BGH) in Revision gehen will.

Für den Fall einer baldigen Freisprechung wird der frühere Mannesmann-Chef Klaus Esser aber keine Schadenersatzklage gegen die Staatsanwaltschaft wegen Rufschädigung anstrengen. «Ich habe mich damals völlig korrekt verhalten», sagte Esser der «WamS». «Es ist und bleibt mein Ziel, dass dieser Prozess zu dieser Klärung und zur völligen Rehabilitierung führt.»

Im Mannesmann-Prozess geht es um die Rechtmäßigkeit von Zahlungen in Höhe von insgesamt 57 Millionen Euro, die laut Anklage bei der Übernahme durch Vodafone vor gut vier Jahren zu Unrecht als Anerkennungsprämien und Pensionsabfindungen an den damaligen Mannemann-Chef Klaus Esser und andere führende Manager geflossen sein sollen.

Die Vorsitzende Richterin Brigitte Koppenhöfer hatte die Zahlungen im Anschluss an ein sogenanntes Rechtsgespräch in einer Zwischenbilanz am Mittwoch zwar als aktienrechtlich unzulässig eingestuft. Eine strafbare Handlung im Sinne des Untreuevorwurfs der Staatsanwaltschaft sei den Angeklagten aber nicht nachzuweisen.

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