Beirat in Familienunternehmen
Guten Rat kann jeder Unternehmer brauchen

Ein Beirat nützt auch kleinen Familienunternehmen. Die wichtigste Voraussetzung ist gegenseitiges Vertrauen.

HB DÜSSELDORF. Viele mittelständische Unternehmer wollen sich einfach nicht in die Karten schauen lassen. Dies ist eine Erklärung dafür, dass lediglich ein Viertel der deutschen Unternehmen mit weniger als 500 Mitarbeitern ein "freiwilliges Kontrollgremium", sprich einen Beirat hat. Bei größeren Unternehmen sind es dagegen nach einer Untersuchung des Instituts für Mittelstandsforschung in Bonn nahezu zwei Drittel. Zur Geheimniskrämerei kommt als zweites Hemmnis, das oft davon abhält, einen Beirat zu bestellen: die Befürchtung, irgend jemand könnte einem "dreinreden". Dies gilt vor allem für Alleinunternehmer. Bei ihnen mag möglicherweise auch die Überzeugung eine Rolle spielen, die Schiller seinen Tell aussprechen lässt: "Der Starke ist am mächtigsten allein."

Natürlich hilft es, in kritischen Situationen auf die Unterstützung eines Unternehmensberaters zurückzugreifen. Aber dieser kann eine dauerhafte Begleitung, die ein Beirat bietet, nicht ersetzen. Es gibt den Ausspruch eines unbekannten Autors, der leicht abgewandelt lautet: "Der wahre Unternehmer fragt um Rat, wenn er Zeit zum Überlegen hat." Das Zitat geht noch etwas weiter: "Aber er fragt nie um Rat in einer Krise." Über den letzteren Satz lässt sich streiten. Im Zweifelsfalle ist Rat auch in der Krise dringend notwendig.

Aber der Hinweis, Rat dann zu suchen, wenn man Zeit zum Überlegen hat, der hat vieles für sich. Denn es geht nicht nur um den Ratschlag, sondern vor allem um die Ratgeber. Diese lassen sich nicht so leicht von heute auf morgen finden. Beiräte dagegen kann und sollte man sich in aller Ruhe aussuchen. Danach muss man ihnen Zeit geben, das Unternehmen und die wichtigsten handelnden Personen kennen zu lernen, sich mit dem Geschäft, das betrieben wird, sowie mit den damit verbundenen Problemen vertraut zu machen. Gut informiert können Beiräte neuen oder anderen Sachverstand einbringen, als der, der im Unternehmen vorhanden ist, sowie ihre anderen Erfahrungen und Betrachtungsweisen. Der Nutzen der Beiratsmitglieder liegt oft schon allein in ihren Fragen, die man sich selbst noch nicht gestellt hat. Sie schaffen die Möglichkeit, nicht nur drohende Schwierigkeiten, sondern ebenso noch nicht entdeckte Möglichkeiten zu erkennen. 

"Der durchschnittliche Unternehmer ist mit seinem Beirat zufrieden." Dies hat die Intes Akademie für Familienunternehmen in Bonn bei einer Befragung von etwas mehr als 500 Familienunternehmen festgestellt. Die Befragung ergab auch ein Bild über die Zusammensetzung der Beiräte. Sie bestehen danach zu etwa einem Drittel aus Gesellschaftern, Mitgliedern der Eignerfamilie oder Seniorunternehmern. Knapp 25 Prozent sind Unternehmer, geschäftsführende Gesellschafter oder auch Fremdgeschäftsführer anderer Familienunternehmen. Zwölf Prozent schließlich sind Fremdgeschäftsführer aus Konzernunternehmen und etwas mehr als 17 Prozent kommen aus Unternehmensberatern, Rechtsanwälten, Steuerberatern oder Wirtschaftsprüfern. Weit weniger als früher sind heute Bankvertreter in den Beiräten vertreten. Ihr Anteil liegt unter sechs Prozent. Den Rest teilen sich die unterschiedlichsten Berufsgruppen.

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