Bellevue-Vorstand übernimmt Führung
Swissfirst-Chef Thomas Matter tritt zurück

Der Gründer der börsennotierten Schweizer Privatbank Swissfirst, Thomas Matter, tritt zurück. „Ich gebe damit mein Lebenswerk preis, was mir sehr schwer fällt“, sagte Matter am Montag in einer persönlichen Erklärung. Der 40-Jährige galt lange Zeit als Star der Schweizer Privatbankenszene.

HB ZÜRICH. Matter und die Bank wollen den Schritt nicht als Schuldeingeständnis verstanden wissen. Der Rücktritt Matters folgt auf eine mehrwöchige Diskussion über die Umstände der Fusion zwischen den Banken Swissfirst und Bellevue im September 2005. Gegen Matter läuft in diesem Zusammenhang ein Strafverfahren wegen Verdachts des Betruges und Insiderhandels.

Auslöser war eine Strafanzeige des früheren Swissfirst-Großaktionärs Rumen Hranow. Er fühlt sich von Matter geprellt, weil dieser ihn im Vorfeld der Fusion mit angeblich unlauteren Methoden zum Verkauf eines Swissfirst-Pakets bewegt hatte. Ermittlungen sind auch gegen die Manager mehrerer Pensionskassen im Gang, denen Matter vor der Fusion Aktienpakete angedient hatte. Die Swissfirst-Aktie sprang nach Bekanntgabe der Fusion um fast 50 Prozent in die Höhe, was eine Diskussion um entgangene Millionengewinne für die Pensionskassen entfachte. Vor zehn Tagen hatte Matter angekündigt, die Bank verkaufen zu wollen um „unbelastete Strukturen“ zu schaffen.

Sein Aktienpaket von 18,5 Prozent werde mit seinem Ausscheiden bei der Bank zur reinen Finanzbeteiligung, schrieb Matter gestern. „Ich bedauere diese für alle Beteiligten äußerst belastende Entwicklung und hoffe, mit meinem Rücktritt einen Beitrag zur Beruhigung der Situation zu leisten“, fügte er hinzu. Er selbst sei sich keiner Schuld bewusst.

Die Führung der Swissfirst übernimmt nun bis auf weiteres Jürg Schäppi, Chef der Bellevue Bank, die seit der Übernahme als Tochtergesellschaft weiterexistierte. In Züricher Bankenkreisen hieß es gestern, dass Matter ein „Bauernopfer“ sei und über eine Intrige stolperte, die aus der Bellevue-Bank heraus gesteuert worden sei. Andere verwiesen darauf, dass Matter bei seinen Geschäften formal vielleicht korrekt vorgegangen sei, aber erhebliche Reputationsrisiken in Kauf genommen habe.

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