Benedikt Zacher
Dirigent des Fortschritts

Eigentlich wollte Benedikt Zacher Musiker werden. Aber er entschied sich für Jura und Wirtschaft. Heute arbeitet er fürs Forschungszentrum von Eurospace und engagiert sich im Think Tank 30 der deutschen Delegation des Club of Rome.

Benedikt Zacher gibt den Takt vor. Mit vier Kollegen tagt er in einem nüchternen Büro im sächsischen Flöha. Schneidig und charmant wirkt Zacher, das dunkle Haar zurückgegelt, die linke Hand in der Hosentasche des Nadelstreifenanzugs, in der anderen ein Edding. Der braune Bart täuscht noch ein bisschen mehr darüber hinweg, dass Zacher in dieser Runde zwischen ein paar Jahren und einer guten Generation jünger ist als die anderen. Er schwört sein Team auf das komplexe Vorhaben ein: Ein mikrowellenbasiertes und mit mathematischen Methoden gekoppeltes Messverfahren für die Endkontrolle in der Serienproduktion etwa von Automobilteilen soll marktfähig gemacht werden, um es als neues Angebot an die Kundschaft zu bringen und das eigene Unternehmen weiter zu profilieren. Und Zacher, ganz Unternehmer, treibt die Mitarbeiter an, damit aus der Idee möglichst bald ein Erfolgsmodell wird.

Zacher, 29, machte eine bemerkenswerte Karriere, die auch Schlenker hat: Ein Jura-Studium brach er kurz vor dem Examen nicht wegen schlechter Noten ab, sondern weil er die beruflichen Perspektiven eines Ökonomen vorzog. Drei Jahre nach seinem Abschluss als Master an der London School of Economics tritt der Wirtschaftswissenschaftler wie selbstverständlich in einer Führungsrolle auf, mit der Promotion zu seinem Schwerpunkt Wissensmanagement baute er seine Kompetenzen und seine Autorität aus. „Es war mir sehr wichtig, dass ich gestalten kann“, sagt er.

Bei der Eurospace GmbH, einem deutschen Unternehmen des französischen Technologie-Beratungskonzerns Altran, trägt der gebürtige Würzburger den Titel „Senior Business Manager“. Sein Arbeitgeber widmet sich dem Innovations-Consulting, entwickelt gemeinsam mit seinen Kunden beispielsweise Laptops mit eingebautem Mobilfunkanschluss, eine Fehleranalyse-Methode für Diesel-Direkteinspritzmotoren und zum Verbessern der Empfangsqualität von Autoradios. Konzernweit schultert Zacher als „Global Account Manager“ die weltweite Betreuung des Automotive-Kunden Continental, eines der wichtigsten Klienten von Altran mit einem Jahresumsatz von mehr als 20 Millionen Euro und etwa 200 laufenden Projekten weltweit. Zacher unterstehen bei Eurospace 40 Berater, er verantwortet dort eigene Budgets im höheren zweistelligen Millionenbereich.

Zachers Lebenserfahrung, sagen die Kollegen, verschaffe ihm Ansehen im eigenen Unternehmen und bei Kunden. „Auch unter gleichrangigen Managern, wo es genug Stoff für Konflikte gibt, zeigt er sich sehr partnerschaftlich“, sagt Marija Wagenpfeil, die gemeinsam mit Zacher die süddeutsche Region verantwortet und mit ihm auch mal beim Gin Tonic über neue Ideen fürs Geschäft nachdenkt. Seine Ansprache ist korrekt, verbindlich und von menschlicher Wärme.

Der Manager absolvierte Leistungskurse in Altgriechisch und Geschichte, hinter seinem Schreibtisch hängt eine mittelalterliche Buchillustration aus dem Benediktinerkloster St. Emmeram. Er ist begeistert von Kultur und Sprachen anderer Länder. Zacher reist mit seiner Freundin, einer Schauspielerin, in europäische Metropolen, schwärmt für Kammermusik. Eines seiner großen Vorbilder ist Leonard Bernstein. Zacher bewundert die Leidenschaft des großen Dirigenten und Komponisten, absolvierte auch ein Praktikum in der Leonard Bernstein Society in New York, wo er im Bereich Musik-Management und Public Relations arbeitete.

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