Benmosche tritt ab
AIG verkündet überraschend einen Chefwechsel

Der US-Versicherer AIG musste 2008 mit Steuermillarden gerettet werden. Robert Benmosche wurde 2009 aus dem Ruhestand geholt, um die Firma auf die Beine zu bringen. Jetzt verkündet das Unternehmen seinen Nachfolger.
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Der US-Versicherer AIG bekommt einen neuen Chef. Peter Hancock löst zum 01. September Robert Benmosche ab, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte.

Hancock leitet bei AIG zurzeit die Schaden- und Unfallversicherungssparte. Benmosche stehe dem Unternehmen nach seinem Rücktritt weiter beratend zur Seite, hieß es.

Dem "Wall Street Journal" zufolge galt Hancock als Favorit auf den Chefsessel, der Wechsel sei jedoch schneller gekommen als erwartet. Der 70-jährige Benmosche hatte erst vor kurzem sein Interesse daran bekundet, bis in die ersten Monate 2015 zu bleiben.

Benmosche wird wegen eines Krebsleidens behandelt, ist nach Angaben des Unternehmens aber so aktiv wie eh und je. Er war 2009 aus dem Ruhestand geholt worden, um AIG nach dem Beinahe-Zusammenbruch 2008 wieder auf die Beine zu bringen.

Benmosche sagte zum geplanten Wechsel: "Wir mussten einen Nachfolger benennen. Ein langer Übergang kann problematisch werden. Peter ist bereit, absolut fähig und vollkommen darauf vorbereitet, AIG zu leiten."

Board-Mitglied Robert S. "Steve" Miller machte die Hintergründe für die überraschende Ankündigung noch deutlicher. Offenbar wollten die AIG-Spitzenmanager damit zum Teil auch den Spekulationen innerhalb und außerhalb des Versicherungskonzerns ein Ende setzen. Das Verwaltungsgremium hoffe, die Entscheidung "würde dazu beitragen, reinen Tisch zu machen, damit die Leute sich aus dem Flurfunk zurückziehen und weitermachen könnten", so Miller.

Der 55-jährige Hancock wurde in London geboren und wuchs in Hongkong auf. Er hat als Banker und Risikomanager bei JP Morgan gearbeitet und gilt als zurückhaltender als seine beiden Vorgänger an der Spitze von AIG.

AIG wurde während der Finanzkrise 2008 von der US-Regierung mit 182 Milliarden Dollar vor dem Zusammenbruch gerettet. Die Schulden sind mittlerweile beglichen. Derzeit durchläuft das Unternehmen einen Sanierungskurs.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Annika Reinert
Petrina Engelke
Handelsblatt Online / Freie Mitarbeiterin

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