Berater macht Kunz zum Stellvertreter
Jochen Kienbaum bereitet Ausstieg vor

Einer der bekanntesten Köpfe der deutschen Beraterszene baut seinen Nachfolger auf. Jochen Kienbaum, Chef der Kienbaum Unternehmens- und Personalberatung aus Gummersbach, hat die neue Position eines Stellvertreters geschaffen und mit dem Geschäftsführer und Hausjuristen Jürgen Kunz besetzt.

DÜSSELDORF. Kunz wird laut Beraterkreisen rückwirkend zum 1. April stellvertretender Vorsitzender des Führungsgremiums der Beratungsgruppe, der Kienbaum Consultants International (KCI), ernannt.

Kienbaum hat mehrfach angekündigt, mit 60 Jahren das operative Geschäft abzugeben. Diese selbst gesteckte Grenze erreicht er am 8. Dezember kommenden Jahres. Gleichzeitig geht er davon aus, „dass mittelfristig das Unternehmen von einem aus der Familie geführt wird“. Der Jurist Kunz könnte so Interimschef werden. Kienbaum ist Vater von sechs Kindern, von denen zumindest zwei Interesse an einem Einstieg ins Beratergeschäft haben sollen. Die Anteile an der Kienbaum-Gruppe, die 460 Mitarbeiter beschäftigt, liegen zu mehr als 90 Prozent in Familienhand.

Die Berufung von Jürgen Kunz zum Vize-Chef sorgte im Unternehmen für Überraschung. „Wie soll jemand ein Beratungsunternehmen führen, der keine Erfahrung als Berater hat?“ heißt es in Firmenkreisen. Zumal intern Walter Jochmann – wie Kunz Geschäftsführer der KCI – als klarer Favorit für den Spitzenposten galt. Jochmann leitet den wichtigen Bereich Human Resource Management.

Der promovierte Arbeitsrechtler und Volkswirt Kunz gilt als Vertrauensmann des Firmenchefs. Der 49-Jährige arbeitet seit 1989 für Kienbaum. 1998 stieg er zum Geschäftsführer der Dachgesellschaft auf. Der Rheinländer baute vor allem die Rechtsabteilung auf. Inzwischen hält er auch 0,75 Prozent der Gesellschafteranteile. In seiner Freizeit frönt Kunz dem Hobby Springreiten – früher nahm er häufig an Turnieren teil.

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