Beratungsagentur McKinsey
Fast wie ein Ritterschlag

Wenn US-Manager sagen sollen, wie Top-Berater ihren Job gemacht haben, schwärmen sie in den höchsten Tönen und verteilen Bestnoten. Werden deutsche Manager gefragt, geben sie höchstens ein Befriedigend. Vor diesem Hintergrund ist das Abschneiden von McKinsey in einer Umfrage unter 264 Führungskräften großer deutscher Unternehmen fast so etwas wie ein Ritterschlag.

„Wie hoch schätzen Sie das Fachwissen der zehn umsatzstärksten Beratungshäuser ein?“ fragte Dietmar Fink, Professor für Unternehmensberatung an der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg und einer der führenden Kenner der Beraterbranche hierzulande die Top-Entscheider. Das Ergebnis: Mit 403 von insgesamt 500 möglichen Punkten landete der Branchenführer McKinsey in puncto Fachwissen ganz oben im Ranking der zehn umsatzstärksten Beratertruppen. Auf Platz zwei mit 394 Punkten kam die Boston Consulting Group (BCG), gefolgt von Roland Berger (387 Punkte), Booz Allen Hamilton (378 Punkte) und der auf Strategie und Marketing spezialisierten Consultingfirma Simon-Kucher & Partners (370 Punkte).

„Was das Fachwissen angeht, genießt McKinsey unter Vorständen, Geschäftsführern, Projektleitern und Budgetverantwortlichen gleichermaßen einen exzellenten Ruf“, weiß Fink. Dieses Image verdanken die Meckies – wie sie im Branchenjargon genannt werden –, einem radikalen Auswahlverfahren, das nur die stärksten analytischen Denker durchkommen lässt. Und einem ausgefeilten Forschungs- und Weiterbildungsapparat. Als der Ex-McKinsey-Deutschlandchef Jürgen Kluge vor fünf Jahren laut klagte, dass er hier gar nicht so viele kluge Jungtalente finde, wie er einstellen könnte, glaubten seine Wettbewerber noch an plumpe Aufschneiderei. „Heute stehen wir wieder mitten im Kampf um die Talente“, urteilt Pierre Deraëd von der Strategieberatung Oliver Wyman, die etwa für den Markt im Mittleren Osten Berater in den Niederlanden und in Belgien rekrutiert.

Noch bevor Neueinsteiger bei McKinsey auf Kunden treffen, durchlaufen sie ein Pflichtberatertraining für Interview- und Moderationstechnik, Projekt- und Konfliktmanagement. „Und jeder Karrierestufe sind zusätzliche Schulungen vorgeschaltet, die auf neue Rollen vorbereiten“, so Markus Schmid, Weiterbildungschef bei McKinsey. Dazu kommt fachbezogene Weiterbildung. Das größte Pfund aber mit dem McKinsey wuchern kann, sind bezahlte Auszeiten, in denen der Nachwuchs MBA-Abschlüsse ablegen oder Doktorarbeiten schreiben kann.

Dass die Klienten McKinsey-Berater als so kompetent erleben, hängt auch mit deren guter Vermarktung zusammen: „Viermal im Jahr veröffentlicht die Beratung mit seinem „McKinsey Quarterly“ ein Kompendium von Fachaufsätzen, das vor Expertise nur so strotzt“, so Fink. Mehr noch: Sie hat in Washington ein Zentrum, in dem die Entwicklung von Volkswirtschaften, Branchen oder Trendthemen erforscht werden. Ähnlich investiert auch BCG in die Analyse von Schlüsselthemen. „Wir erstellen regelmäßig Studien zu Zukunftsthemen, die für Unternehmen relevant werden“, so BCG-Partner Martin Koehler.

Dass auch Spezialisten hohes Ansehen genießen, beweist das gute Abschneiden von Simon-Kucher & Partners in dem Fink-Ranking. Die Bonner Beratung, die der „Economist“ als „the world’s leading pricing consultancy“ feierte, steht für zahlenbasierte Analysen, die Firmen helfen, Marktreaktionen zu berechnen und Preise so geschickt zu setzen, dass sie im Markt den tatsächlich angemessenen Gegenwert für ihre Leistungen erzielen. Wöchentlich können sich die Berater über neue Analysemethoden fortbilden. Neben eigenen Experten, die von Projekten berichten, holt der Gründer Hermann Simon dafür eigens immer wieder Wissenschaftler, die seine Berater informieren.

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