Bereits mehrfach Unregelmäßigkeiten in der Branche
FMC-USA wird wieder untersucht

Erneut wollen die US-Justizbehörden Unterlagen einer Tochterfirma des deutschen Dialyse-Spezialisten FMC unter die Lupe nehmen.

HB FRANKFURT/M. Die Nordamerika-Tochter Fresenius Medical Care Holdings habe bereits am 1. April eine Vorlageverfügung (Subpoena) der US-Justizbehörden in St. Louis erhalten, teilte FMC am Mittwoch mit. Die US-Justizbehörden hätten Geschäftsunterlagen unter anderem über klinische Qualitätsprogramme, Aktivitäten zur Geschäftsentwicklung, Vergütungen für Klinikleiter und Beziehungen mit Ärzten angefordert. Die Behörden wollen dabei Unterlagen von Dezember 1996 bis heute überprüfen. Die Aktien von FMC waren vorbörslich mehr als vier Prozent im Minus.

Bereits im vergangenen Jahr war FMC gemeinsam mit mehreren Konkurrenten ins Visier der Ermittler geraten, die damals Dokumente zu bestimmtem Tests und Vitamin-D-Therapien einsehen wollten.

"Wir haben Verständnis dafür, dass die Regierung sowohl das Recht als auch die Verpflichtung hat, Vorhaltungen nachzugehen", sagte FMC-Chef Ben Lipps. Auf Grund der internen Kontrollsysteme und der Qualitätsanforderungen von FMC stehe er den in der Vorlageverfügung genannten Sachverhalten "sehr zuversichtlich" gegenüber. Das Unternehmen werde mit den Behörden zusammenarbeiten, ein erstes Gespräch mit den Justizbehörden in Missouri über die Sachverhalte habe bereits stattgefunden. Die Vorlageverfügung sei in Verbindung mit zivil- und strafrechtlichen Voruntersuchungen zugesandt worden, teilte FMC mit. Nach jetzigem Kenntnisstand seien keine weiter gehenden rechtlichen Verfahren eingeleitet.

Das Dialyse-Geschäft in den USA ist eng mit der staatlichen Gesundheitsversorgung Medicare verbunden, dem US-Äquivalent zur gesetzlichen Krankenkasse, da ein großer Teil der chronisch Nierenkranken dort Patient ist. Wegen Unregelmäßigkeiten in der Abrechnung hatte die US-Justiz bereits mehrmals die Geschäfte von Unternehmen der Branche geprüft.

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