Berkshire Hathaway
Buffetts neuer Liebling

Berkshire Hathaway hat den 53-jährigen David Sokol zum Chef ihrer defizitären Flugzeug-Leasing-Tochter NetJets ernannt. Das hat Spekulationen verstärkt, Sokol könnte eines Tages Nachfolger des legendären Investors Warren Buffett werden und dessen Investmentholding führen.

Bloomberg NEW YORK. Der 53-jährige Sokol löst auf Interims-Basis Richard Santulli bei NetJets ab. Er ist auch Vorsitzender des Energiebereichs von Berkshire. NetJets hatte mit der sich im vergangenen Jahr verschärfenden Rezession in den USA zu kämpfen.

Der 78-jährige Milliardär Buffett hat eine Reihe von Nachfolgekandidaten im Blick, die bereits verschiedene Geschäftsbereiche bei Berkshire leiten, von Süßwaren über Möbel bis hin zu Energie und Versicherung. So etwa auch Tony Nicely, der Chef der Berkshire-Autoversicherung Geico, und Ajit Jain, der eine Rückversicherungstochter leitet. Die potenziellen Nachfolger arbeiten allesamt seit Jahren für Berkshire.

"Buffett muss viel von Sokol und seinem Können halten, um ihn ins Rennen zu schicken", sagte Andrew Kilpatrick, der das zweibändige Buch "Of Permanent Value: The Story of Warren Buffett" geschrieben hat. Das Finanzmagazin Barron?s berichtete, dass Sokol der aussichtsreichste Kandidat sei.

Sokol ist seit über 30 Jahren in der Energieindustrie tätig. Er war Chef von CalEnergy, einem Kraftwerksbetreiber, der 1999 den Strom-und Gasversorger MidAmerican Energy Holdings für 3,95 Mrd. Dollar übernahm. An dieser Gesellschaft beteiligte sich Warren Buffetts Berkshire Hathaway im gleichen Jahr mit 75 Prozent zum Preis von neun Mrd. Dollar. Sokol blieb in der Führung. Zuletzt beteiligte sich die Energiesparte an der chinesischen BYD, die Lithium-Batterien für die Automobil-, Windkraft-, und Solarindustrie herstellt, mit zehn Prozent. Sokol übernahm bei BYD einen Sitz im Aufsichtsrat. Das Investment hat Buffett in weniger als einem Jahr eine Milliarde Dollar Gewinn gebracht: Der Aktienkurs hat sich verfünffacht.

In Bezug auf eine mögliche Nachfolge Warren Buffetts hat sich Sokol immer sehr zurückhaltend geäußert. Angesprochen auf die Meldung von Barron?s, er sei der wahrscheinlichste Kandidat, hatte Sokol im Mai in einem Interview mit Bloomberg erklärt, er habe mit Buffett nicht über dieses Thema gesprochen: "Kein Wort", so Sokol, "unglücklicherweise ist mein Name genannt worden, weil Leute eben Namen nennen wollen."

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