Berliner Unternehmer
Peter Dussmann ist tot

Aus einer kleinen Reinigungsfirma für Junggesellenwohnungen schuf Peter Dussmann einen internationalen Dienstleistungskonzern. Nun ist der Berliner Unternehmer im Alter von 74 Jahren verstorben.
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Berlin/DüsseldorfSein mehrstöckiges Kulturkaufhaus an der Friedrichstraße in Berlin-Mitte ist jedem Hauptstädter ein Begriff. Es bleibt sein Vermächtnis: Im Alter von 74 Jahren ist Unternehmer Peter Dussmann in einem Krankenhaus in Monaco gestorben, teilte sein Unternehmen mit. Bis heute litt Dussmann an den Folgen eines Schlaganfalls im Jahr 2008. Die letzten Jahre verbrachte er überwiegend in Südfrankreich.

Aus der Berliner Dussmann-Gruppe hatte der Unternehmer in den vergangenen 50 Jahren einen international agierenden Dienstleistungskonzern geformt. Sein Unternehmen verdient Geld mit Gebäudereinigung, Catering und Seniorenpflege. Auch in die Kinderbetreuung ist Dussmann eingestiegen. Im vergangen Jahr erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 1,73 Milliarden Euro, gut 60 Prozent davon in Deutschland. Ingesamt beschäftigt das Unternehmen mehr als 60 000 Mitarbeiter in 21 Ländern.

Der 1938 in Rottweil am Neckar geborene Dussmann hatte 1963 in München seine Unternehmerkarriere begonnen, als er einen kleinen Heimpflegedienst gründete, der Junggesellenwohnungen putzte. 2003 begann sich Peter Dussmann aus dem Tagesgeschäft der Dussmann Group zurückzuziehen. Er wechselte im September 2007 als Vorsitzender in den Aufsichtsrat.

Seit der Erkrankung des Gründers führt seine Frau, Catherine von Fürstenberg-Dussmann, die Geschäfte. Für Kontinuität sorgen soll wie bisher ein sechsköpfiger Stiftungsrat der Dussmann Stiftung & Co KGaA – mit Fürstenberg-Dussmann an der Spitze – sowie der Vorstand.

„Die Mitglieder des Stiftungsrates werden ihn als herausragende Unternehmerpersönlichkeit mit beeindruckendem Gestaltungswillen in Erinnerung behalten“, teilte der frühere Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement als Stiftungsratsmitglied mit.

„Berlin trauert um einen großen Freund der Stadt“, betonte der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD). Nach dem Fall der Mauer habe Dussmann nicht nur seine Firmenzentrale in Berlin angesiedelt, sondern auch mit dem Kulturkaufhaus in der Friedrichstraße einen besonderen Anziehungspunkt geschaffen. „Mit ihm verlieren wir einen Ausnahmeunternehmer und großzügigen Kunstmäzen.“

Dussmann galt Zeit seines Lebens als großer Förderer der Kultur. Er erhielt das Bundesverdienstkreuz. Für seinen Einsatz für den Erhalt von Kulturdenkmälern in Ostdeutschland wurde er 2003 mit dem Deutschen Preis für Denkmalschutz (Karl-Friedrich-Schinkel-Ring) ausgezeichnet.

Wann und wo Peter Dussmann beigesetzt wird, wollte das Unternehmen am Donnerstag noch nicht mitteilen.

Silke Kersting
Silke Kersting
Handelsblatt / Korrespondentin
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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