Berliner Verleger und Händler attackieren Börsenverein
Streit um Chef der Buchmesse eskaliert

Die Trennung der Frankfurter Buchmesse von ihrem Direktor Volker Neumann sorgt in der Branche weiter für Verstimmung. Gestern wandten sich Berliner Verleger und Buchhändler in einem schriftlichen Appell an die Mitglieder der Abgeordnetenversammlung im Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Darin fordern sie unter anderem Klarheit über die Kosten, die mit der Nichtverlängerung von Neumanns Vertrag verursacht wurden.

mos DÜSSELDORF. Kurz vor Beginn der Frankfurter Buchmesse hatte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels im September überraschend mitgeteilt, dass der Vertrag mit dem erfolgreichen Messe-Chef Volker Neumann nicht über den 31. Dezember 2005 hinaus verlängert wird. „Ich hätte gerne zwei Jahre weitergemacht“, sagte der 62-jährige frühere Bertelsmann-Manager damals dem Handelsblatt.

Der Börsenverein ist der offizielle Vertreter der Interessen von Verlagen und Buchhandlungen in Deutschland. Die Abgeordnetenversammlung stellt so etwas wie das Parlament der Mitglieder des Börsenvereins dar. Die Versammlung findet zwei Mal im Jahr statt. Der nächste Termin ist der 11. November. Die Unterzeichner des Briefes appellieren nun an die Abgeordnetenversammlung, künftig Vorstand und Geschäftsleitung „stärker zu kontrollieren“. Bei der nächsten Versammlung sollten die Abgeordneten vor allem folgende Fragen diskutieren: „Mit welchen Kosten ist die Nichtverlängerung des Vertrages von Messedirektor Volker Neumann verbunden? Wie hoch sind die Honorare der nunmehr eiligst engagierten Headhunter? Warum hat es bei der Besetzung einer solchen Schlüsselstellung keine Konsultationen mit dem Vorstand und dem Verlegerausschuss gegeben?“

Der Börsenverein reagierte gestern gelassen. „Es ist völlig in Ordnung, wenn Mitglieder des Börsenvereins kritische Fragen stellen“, sagte Sprecherin Claudia Paul. Zur Suche nach dem Neumann-Nachfolger sei ein Personalberater eingesetzt worden, dessen Honorar sich im üblichen Rahmen bewege.

Den „Berliner Appell“ haben Verleger und Buchhändler unterzeichnet, darunter Arnulf Conradi (Berlin Verlag), Gerd Gerlach, Margrit Starick (Starick-Buchhandlungen), Ulrich Hopp (Bebra-Verlage), Christoph Links (Ch. Links Verlag), Bernd F. Lunkewitz und René Strien (Aufbau Verlagsgruppe), Viktor Niemann (Ullstein Buchverlage), Oliver Schwarzkopf (Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag), Martina Tittel (Kulturkaufhaus Dussmann) sowie Klaus Wagenbach, Nina Wagenbach und Susanne Schüssler (Wagenbach Verlag).

Quelle: Handelsblatt

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