Bernard Arnaults Imperium
50 Promis pro Quadratmeter

Bernard Arnault hat sich ein Imperium aus Luxusmarken aufgebaut. Sein Name steht für Luxus von der hohen Schneiderkunst über die edelsten Tropfen bis zu den feinsten Düften. Jetzt mischt er auch noch beim Handelsriesen Carrefour mit.

PARIS. Manchmal sagt Bernard Arnault Dinge, die man nicht allzu ernst nehmen sollte. „Wir sind nicht in Kauflaune. Es gibt doch so viel Potenzial in dem, was uns schon gehört“, vertraute der 58-Jährige Anfang 2005 einer französischen Journalistin an. Von nun an, so behauptete Arnault, werde sein Unternehmen nur noch auf inneres Wachstum setzen.

Seitdem hat er weiter gekauft, was das Zeug hält. Sein Übernahmehunger scheint unstillbar. Ob Weinberge, Modemarken oder Hersteller von Luxuskarossen – in der Konsumgüterbranche ist im Prinzip niemand vor ihm sicher. Dass sich Arnault nun auch für Supermärkte interessiert, hatte die französische Wirtschaftswelt allerdings nicht erwartet. „Die Überraschung war total“ , schrieb die Tageszeitung „Le Figaro“ zu seinem neuesten Coup: Mit Colony Capital, einem Private-Equity-Fonds, hat er knapp zehn Prozent des Einzelhandelskonzerns Carrefour übernommen.

Die Produkte, die man in Kühlregalen und Gemüsetheken findet, waren bisher wirklich nicht seine Preisklasse. Der Name Arnault steht für Luxus von der hohen Schneiderkunst über die edelsten Tropfen bis zu den feinsten Düften. Von der Pariser Avenue Montaigne, der vornehmsten Modemeile der Welt, regiert er über sein Riesenreich namens Moët Chandon Louis Vuitton (LVMH). Dazu gehören viele jener Marken, die an den Körpern und auf den Tischen der Reichen und Schönen zu finden sind: Dior, Louis Vuitton, Kenzo, Emilio Pucci, Donna Karan, Marc Jacobs, Dom Pérignon, Veuve Clicquot, Tag Heuer und viele andere mehr.

Mehr als 2 000 Läden rund um den Erdball bringen all die schönen Dinge unters wohlhabende Volk, und das lohnt sich für den Pariser Patron. Das Wirtschaftsmagazin „Challenges“ schätzte sein Vermögen vergangenes Jahr auf 17,2 Milliarden Euro. Laut „Forbes“ war Arnault 2006 sogar 21,5 Milliarden Euro schwer und rückte damit auf der internationalen Reichen-Rangliste von Platz 17 auf Platz sieben vor.

Normalerweise pflegt die französische Geldelite die Annehmlichkeiten eines großen Vermögens diskret zu genießen, schon aus Angst vor dem meist unzufriedenen und stets unberechenbaren Volk. Arnault schert das nicht. Der Vater von fünf Kindern zeigt, was er hat. Die Hochzeit seiner einzigen Tochter Delphine im Herbst 2005 hätte der europäische Hochadel nicht besser in Szene setzen können. Das Hochglanzmagazin „Paris Match“ zeigte auf 23 Seiten die Braut in rosenverzierter Prachtrobe von Dior Haute Couture, entstiegen aus einem Rolls Royce Phantom III 1937, das berühmte Weingut Chateau d’Yquem im Hintergrund und natürlich die illustre Hochzeitsgesellschaft: „50 Promis pro Quadratmeter“, ironisierte der damalige „Paris Match“-Chefredakteur Alain Genestar.

Präsidentingattin Bernardette Chirac, die Bankierfamilie Rothschild, die Rüstungsdynastie Dassault, der belgische Finanzmagnat Albert Frère, die Modeschöpfer Karl Lagerfeld und John Galliano und sieben französische Regierungsmitglieder kamen, darunter Finanzminister Thierry Breton und auch der Mann, der französischer Staatspräsident werden will: Innenminister Nicolas Sarkozy ist seit vielen Jahren mit Arnault befreundet.

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