Bernard Madoff
Die verstoßene Ruth Madoff

Spätestens seit ihr Mann im Gefängnis verschwunden ist, konzentrieren sich die Schlagzeilen nicht nur der Boulevardpresse auf Ruth Madoff. Schließlich mag niemand glauben, dass die 68-Jährige nichts von den Betrügereien ihres Gatten, Bernard Madoff wusste. Nun ergießen sich Hass und Häme über sie. Auch ein Strafverfahren droht.

NEW YORK. Der Ausschluss der immer noch millionenschweren Bankergattin aus dem Kundenkreis des Nobelfriseurs der Upper East Side, Pierre Michel, mit einer Mischung aus Schadenfreude und Häme kommentiert. Michel, der Ruth Madoff zehn Jahre lang alle sechs Wochen die Haare gemacht hatte, wollte aus Rücksicht auf seine Kunden nicht mehr in seinem Salon empfangen. "Bye, bye Beauty!", titelte die Yellow Press. In der Anonymität des Internets wurden einige Bernard-Opfer deutlicher: "Verbrennt die Hexe", hieß es dort.

Ruth Madoff, die sich nach der Verurteilung ihres Mannes zu 150 Jahren Gefängnis durch einen Deal mit den Staatsanwälten immerhin 2,5 Mio. Dollar aus dem Familienvermögen gesichert hatte, war seither die Aussätzige der New Yorker High Society. Da sogar ihre zwei Söhne jeglichen Kontakt zu ihr abgebrochen hatten, lebte sie vereinsamt, aber anders als viele Opfer ihres Mannes finanziell gut abgesichert.

Damit könnte es aber nun vorbei sein. Der Insolvenzverwalter des Madoff-Vermögens, Irving Picard, hat Ruth Madoff als Nutznießerin der Machenschaften ihres Mannes auf 44,8 Mio. Dollar Schadenersatz verklagt. "Über Jahrzehnte hat sie von den Einnahme der Firma ihres Mannes in Saus und Braus gelebt", schrieb Piccard, der Bernard Madoffs Vermögen verwertet und so den auf 64 Mrd. Dollar geschätzten Schaden der Opfer ausgleichen soll. Bislang hat er rund eine Mrd. Dollar zusammengebracht.

Bislang haben die Strafverfolgungsbehörden weder Ruth Madoff noch die Söhne wegen Mitwisserschaft angeklagt. Bernard Madoff hatte in seinem Verfahren alles getan, um die Schuld auf sich zu nehmen und seine Familien zu schützen. Sollte bei dem Schadenersatzprozess nun auch eine Mitwisserschaft Ruth Madoffs belegt werden, könnten ein Strafverfahren und eine Gefängnisstrafe für Ruth Madoff drohen.

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