Bernd Scheifele: Der Tempo-Macher

Bernd Scheifele
Der Tempo-Macher

Wie Bernd Scheifele Heidelberg Cement auf Trab gebracht hat.

STUTTGART/FRANKFURT. Helle, weiße Wände, der Geruch nach frischer Farbe, moderne Gemälde – wer neuerdings die Zentrale von Heidelberg Cement betritt, hat unweigerlich das Gefühl: Hier hat sich einiges geändert. Vorbei das bedrückende Ambiente, als das Hauptquartier von Deutschlands größtem Baustoff-Konzern einer dunklen Festung glich. Und das liegt vor allem an einem: an Bernd Scheifele. Vor zwei Jahren wechselte der promovierte Juriste vom Pharmahändler Phoenix an die Spitze von Heidelberg Cement.

Nicht nur die Konzernzentrale hat sich seitdem verändert. Auch dem Unternehmen hat der neue Chef gut getan, wie die gestern vorgelegten Zahlen belegen. Heidelberg Cement meldete einen Gewinn von einer Milliarde Euro – nach 333 Millionen Euro Verlust vor zwei Jahren. Der Umsatz stieg fast um ein Fünftel auf 9,2 Milliarden Euro, und das Wachstum soll sich in diesem Jahr fortsetzen.

Scheifele ist dafür bekannt, dass er Tempo macht. „Schnell ist wichtig“, sagt der 48-Jährige. „Umsetzungsstärke“ ist eines seiner Lieblingswörter. Er diskutiert nicht lange. Der gebürtige Freiburger fordert von seinen Mitarbeitern immer konkrete Lösungsvorschläge. Er ist aber nicht nur an guten Ergebnissen interessiert, sondern kontrolliert auch den Prozess, der dahin führt. „Er ist sehr präzise und detailversessen“, sagt ein Manager, der unter ihm arbeitete. Das gehe so weit, dass Wiedervorlagen bei Scheifele nicht nur mit einem Datum, sondern auch mit einer Uhrzeit versehen seien.

Zunächst lernen die Beschäftigten bei Heidelberg Cement ihren Chef aber als Kostensenker kennen. Denn er kündigt schon kurz nach seinem Antritt den Abbau von 1100 Stellen an. Die Mitarbeiter sind skeptisch: Der Chef eines Pharmahändlers soll ein Zementwerk erfolgreich führen – undenkbar. Das gilt nicht für den Firmenpatriarchen Adolf Merckle. „Einarbeiten kann man sich überall“, hat dieser mal gesagt.

Als Merckle Anfang der 90er Jahre den Pharmahandel größer aufziehen will, wird er auf Scheifele aufmerksam. Der Jurist ist damals bei der angesehenen Wirtschaftskanzlei Gleiss Lutz beschäftigt und soll die fünf regionalen Pharmahändler zur Phoenix Pharmahandel zusammenführen. Scheifele arbeitet sich so schnell in die Materie ein, dass Merckle ihm den Chefposten anbietet. In zehn Jahren macht er Phoenix groß und gilt inzwischen in der Branche als Merckles engster Berater.

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