Bernie Ecclestone
Der Weg zum Formel-1-Diktator

Er hat die Formel 1 professionalisiert und zu einem Milliardengeschäft gemacht: Bernie Ecclestone achtet jeden Penny, schätzt Diktatoren wie Hitler und handelt selbst gerne wie ein Alleinherrscher.
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LondonMit Brötchen hat es angefangen. Schon als Elfjähriger machte Bernie Ecclestone damit gute Geschäfte: Eineinhalb Penny bezahlte der Schüler beim Bäcker pro Brötchen, das er für zwei Penny auf dem Schulhof weiterverkaufte. Er selbst habe nie eines davon gegessen, erzählte er später. Denn das hätte ja seinen Gewinn geschmälert.

Schon lange sind es keine Backwaren mehr, sondern hochmotorisierte Autos, die Ecclestone Macht und Vermögen einbringen. Er hat in den vergangenen Jahrzehnten das Geschäft mit Formel-1-Rennen groß und wirtschaftlich äußerst erfolgreich gemacht. Den "Architekten der Formel 1" oder schlicht "den Oberboss" nennen ihn Wegbegleiter, die bis heute ganz gut mit ihm auskommen. "Der Diktator" ist er dagegen für diejenigen, die mit ihm aneinandergeraten sind - und das gilt für die meisten, wie sein Biograf Tom Bower in dem 2011 erschienenen Buch "No Angel" schreibt.

Einig sind sich Bewunderer und Kritiker in einem Punkt: Ecclestone ist Weltmeister im Geldmachen. Er hat stets schneller als andere die Möglichkeiten gesehen, gewinnträchtige Geschäfte zu machen - und nutzte das konsequent aus. Er selbst sagte mal dazu: "Wenn Sie so wollen, ist das Geld die wahre Weltreligion. Alle Tiere und Menschen kämpfen um Essen oder materielle Dinge."

Ecclestone selbst ist dafür offenbar jedes Mittel recht. Auch vor undurchsichtigen Geschäften soll der 81-Jährige in seiner Karriere nie zurückgeschreckt sein. So halten sich Gerüchte, dass er in den 50er-Jahren als Gebrauchtwagenhändler die Kilometerzähler manipuliert haben soll, um bessere Preise zu erzielen.

Sein Geschäftspartner aus diesen Zeiten, der Autohändler Frederick Compton, sagte später nur so viel: "Ich kam nicht zurecht mit Ecclestones Geschwindigkeit und seinen Geschäftsmethoden."

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