Bertelsmann-Manager Stephan Krauss trimmt den Druckriesen Prinovis auf Rendite
Der Kulturmanager

Von historischer Stelle aus regiert Stephan Krauss den neuen Druckkonzern Prinovis. Sein elfenbeinfarbenes, holzvertäfeltes Arbeitszimmer im trostlosen Nürnberger Stadtteil Langwasser gehörte einst dem Marxisten und Unternehmer Hannsheinz Porst, der von hier seine Fotoladenkette steuerte – und scheiterte.

HB NÜRNBERG. Auch der 43-jährige Krauss steht vor einer schwierigen Aufgabe: Der Rheinländer muss die Druckereien der beiden Bertelsmann-Töchter Arvato und Gruner + Jahr sowie des Printkonzerns Springer mit einem Umsatz von rund einer Milliarde Euro zu einem schlagkräftigen Konzern zusammenschweißen und die Rendite steigern. „Dazu braucht er diplomatische Fähigkeiten“, sagt James Siever, Generalsekretär des Tiefdruckverbands ERA. Denn bei Prinovis prallen über Jahrzehnte gepflegte Unternehmenskulturen aufeinander. Zudem stehen Arbeitsplätze, sogar Standorte zur Diskussion.

Bisher hat der Maschinenbauingenieur aber mit unterschiedlichen Unternehmenskulturen noch keine Erfahrungen. Gleich nach dem Studium in Aachen und Indiana kam er als Vorstandsassistent zum heutigen Bertelsmann-Chef Gunter Thielen – und machte schnell Karriere. Als sich Bertelsmann und Springer einigten, ihre Tiefdruckereien zu fusionieren, war von Anfang an klar: Krauss ist der richtige Mann. Er genießt das Vertrauen von Thielen. „Krauss ist dynamisch, zielstrebig, aber auch hart“, sagt Brancheninsider Siever.

Seit der Gründung des Katalog- und Zeitschriftendruckkonzerns Anfang Mai hat Krauss einen vollen Terminkalender. Die meiste Zeit pendelt er zwischen den fünf Prinovis-Standorten in Deutschland und der noch im Aufbau befindlichen Druckerei im englischen Liverpool.

Wie sein Ziehvater Thielen kann auch Krauss Beruf und Freizeit gut trennen. Er schätzt die Gartenarbeit. „Wenn ich drei Stunden Sträucher schneide, habe ich riesig Spaß“, sagt Krauss, der in der fränkischen Kleinstadt Schwabach mit seiner zweiten Frau lebt. Doch seit der Geburt seines dritten Kindes vor ein paar Wochen geht er kaum noch in den Garten: „Jetzt spielt meine Tochter die Hauptrolle.“ Und natürlich Prinovis.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa
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