Berufsalltag
„Erfolg hat, wer Kränkungen wegstecken kann“

Ärger im Büro, Mobbing, Stress. Der Beruf, der uns eigentlich Spaß macht, kann manchmal zu Hölle werden. Oft sind wir selbst Schuld, sagt Andreas Salcher, Unternehmensberater und österreichischer „Autor des Jahres 2009“. In seinem aktuellen Buch „Der verletzte Mensch“ erklärt Salcher, wie man im Job mehr Spaß und mit Erfolg haben kann, indem man seine Kränkungen verarbeitet.

Herr Salcher, in der EU bringen sich jährlich mehr Menschen selbst um als durch Gewaltverbrechen, Verkehrsunfälle und Aids sterben. Warum sind so viele Menschen so traurig?

Der Hauptgrund ist Einsamkeit. Meistens fehlt ein Mensch zum Reden. Das muss ja nicht immer ein Freund oder Angehöriger sein. Leider nehmen immer noch zu viele Menschen mit schweren Problemen keine professionelle Hilfe in Anspruch. Da ist meistens falscher Stolz im Spiel.

Welche Rolle spielt der Beruf dabei?

Natürlich eine ganz große, gerade bei Männern. Mobbing ist ja leider etwas Alltägliches. Wobei es ja verschiedene Stufen gibt, Kollegen zu mobben.

Welche?

Zum Einen mobben wir absichtlich. Das heißt: Wir grenzen einen Kollegen aus, machen Bemerkungen, enthalten ihm Informationen vor und machen ihn schlecht. Oder, was bei Frauen häufiger vorkommt, man lässt eine Kollegin oder einen Kollegen nicht mit in den Gesprächskreis. Das ist im schlimmsten Fall eine andere Form der Gewaltausübung und kränkt den Betroffenen. Das schmälert natürlich seine Arbeitsfähigkeit.

Und die unabsichtliche?

Manchmal reißt man mit einer einfachen Bemerkung alte Wunden auf. Oder Ironie wird falsch verstanden. Und natürlich gibt es viele Arbeitnehmer, die nicht selbst mobben, aber auch nichts dagegen tun. Man darf eben nicht vergessen, dass Zivilcourage in unserer Kultur nicht gerade weit verbreitet ist. Leider.

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