Berufung bereits kurzfristig angekündigt
Schmid scheitert mit Klage gegen France Telecom

Das Landgericht Frankfurt hat die milliardenschwere Schadenersatzklage von Mobilcom-Gründer Gerhard Schmid gegen France Telecom abgewiesen. Die Klage sei unbegründet, verkündete der zuständige Richter der 4. Zivilkammer des Landgerichts am Mittwoch. Schmids Insolvenzverwalter Jan Wilhelm, der die Klage vor Gericht vertrat, kündigte Berufung gegen das Urteil an.

HB FRANKFURT. Schmid fordert sieben Mrd. Euro Schadenersatz von dem französischen Konzern, weil dieser mit seinem Rückzug aus der Finanzierung eines UMTS-Mobilfunknetzes im Jahre 2002 Mobilcom in eine Krise stürzte. Schmid war damals Vorstandschef bei Mobilcom gewesen, France Telecom Großaktionär. Der französische Konzern hatte in einer Kooperationsvereinbarung zugesichert, den Aufbau eines Breitband-Mobilfunknetzes mit zu finanzieren, später diese Zusage aber zurückgenommen. Das führte zu einem heftigen Streit mit Schmid und zur Beinahpleite von Mobilcom.

Im Zuge der von France Telecom forcierten Rettung des Unternehmens musste Schmid seinen Posten als Vorstandschef räumen und alle Mobilcom-Anteile verkaufen, während die Franzosen 7,1 Mrd. Euro Schulden von Mobilcom übernahmen.

Aus dem Kooperationsvertrag zwischen Mobilcom und France Telecom ergebe sich kein Schadenersatzanspruch für Schmid, urteilte das Gericht nun. Außerdem sei eine 2002 getroffene Vereinbarung, in der Schmid und France Telecom wechselseitig auf Schadenersatzansprüche verzichten, rechtens. Die Gültigkeit dieser Verzichtsvereinbarung bestreitet Schmids Insolvenzverwalter Wilhelm. "Wir werden Berufung einlegen, und zwar kurzfristig", kündigte er an.

Mobilcom ist mittlerweile mit der früheren Tochter zu Freenet AG verschmolzen. Deren Aktien notierten am Mittwoch zwei Prozent im Minus.

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