Bespitzelungsaffäre
Ex-HP-Chefaufseherin muss vor Gericht

Die frühere Aufsichtsratsvorsitzende des Computerkonzerns Hewlett-Packard, Patricia Dunn, findet sich wegen der Bespitzelung von Journalisten und Mitarbeitern vor Gericht wieder: Die kalifornische Justiz hat Dunn und vier weitere Beteiligte angeklagt.

HB SAN FRANCISCO. Betroffen sei auch der ehemalige HP-Vice-President und Chief Ethics Officer Kevin Hunsaker, der die umstrittene Ermittlung leitete und vergangene Woche zurücktrat, schreibt das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf den kalifornischen Staatsanwalt Bill Lockyer. Bei den drei übrigen Angeklagten handle es sich um die Privatdetektive Ronald DeLia, Joseph DePante und Bryan Wagner. Ihnen wird vorgeworfen, HP dabei unterstützt zu haben, private Telefongespräche von mehr als 20 Personen abgehört zu haben.

Jedem der Beschuldigten werden vier Vergehen zur Last gelegt: Vorspiegelung falscher Tatsachen, um vertrauliche Informationen von einer öffentlichen Einrichtung zu erhalten; unerlaubter Zugriff auf Computerdaten; Identitätsdiebstahl; Verschwörung, um jede der genannten Straftaten zu begehen. Die Anwälte der Betroffenen waren für Stellungnahmen zunächst nicht zu erreichen. Auch von HP war ein Kommentar zunächst nicht erhältlich, ebensowenig von Lockyer.

Der amtierende CEO des US-Computer- und Druckerherstellers, Mark Hurd, wurde unterdessen nicht angeklagt. Auch Ann Baskins, ehemalige Chefjuristin, sitzt nicht auf der Anklagebank. Sie hatte die Aufsicht über die Ermittlungen in Bezug auf ein Informationsleck im Unternehmen und verließ mit Beginn der Untersuchungen vergangene Woche das Unternehmen. Dunn, die bereits ausgesagt hat, gab zu, von den Abhöraktionen von DeLia unterrichtet worden zu sein. Sie habe aber gedacht, dass dies im Einklang mit den üblichen HP-Praktiken stehe und legal sei. Hurd sagte aus, er habe zwar Besprechungen über die Untersuchungsfortschritte beigewohnt. Allerdings könne er sich nicht daran erinnern, etwas über die angewendeten Untersuchungstaktiken gehört zu haben.

Als Informationsleck wurde Director George Keyworth II ausgemacht. Er gab Informationen an einen Reporter von „CNET News.com“ weiter. Keyworth trat nach der Aufdeckung Anfang September zurück.

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