Beteiligungsgesellschaft schreibt Verluste: Saudischer Milliardär im Sinkflug

Beteiligungsgesellschaft schreibt Verluste
Saudischer Milliardär im Sinkflug

Er ist der reichste Mann Arabiens - doch jetzt muss er sparen. Prinz Al Walid bin Talal Al Saud hat über seine Holding Company fast neun Milliarden Dollar verloren. Schuld daran ist vor allem die Citigroup. Dabei hatte die US-Bank ihn erst richtig reich gemacht.

DUBAI. Das teuerste Spielzeug ist ihm gerade gut genug. In seiner Garage stehen jede Menge Luxus-Limousinen, ein Boeing-Jumbo 747 - und bald kommt noch ein Airbus A 380 dazu. 280 Millionen Dollar kostet der Super-Vogel in der VIP-Version "Flying Palace" laut Listenpreis. Doch Prinz Al Walid bin Talal Al Saud, Multi-Milliardär, reichster Mann Arabiens und einer der zehn reichsten Männer der Welt, will auch hier zur Edel-Ausstattung greifen. Doch vielleicht muss künftig auch er den Gürtel ein kleines bisschen enger schnallen. Seine Beteiligungsgesellschaft, die Kingdom Holding Company, ist im Sinkflug: Sie verbuchte im vierten Quartal 2008 einen Mega-Verlust von 8,26 Milliarden Dollar.

"Das ist ein phänomenaler Absturz, die spektakulärste Unternehmensgeschichte Saudi-Arabiens seit vielen Jahren", kommentierte John Sfakianakis, Chef-Ökonom der Saudi British Bank in Riad. Die Kingdom Holding, die achtgrößte börsennotierte Firma des Landes, verbrannte 2008 mehr als 62 Prozent ihrer Marktkapitalisierung und sitzt jetzt noch auf knapp acht Milliarden Dollar. Al Walid gehören 95 Prozent der Investment-Gesellschaft. Das Vermögen des Yachtbesitzers, das im Dezember noch auf 17 Milliarden Dollar beziffert wurde, ist damit brutal geschrumpft.

Schuld an der Talfahrt ist vor allem die durch die Finanzkrise schwer gebeutelte Citigroup. Ihre Verluste nagen am Portfolio des 51-Jährigen. Noch im November hatte das Mitglied der saudischen Königsfamilie angekündigt, seinen Anteil an der US-Bank von vier auf fünf Prozent zu erhöhen. Nun steht der größte Einzel-Aktionär des Instituts vor einem Scherbenhaufen. Dabei hatte das Geldhaus den Mann mit dem bogenförmigen Schnäuzer richtig reich gemacht. 1991, nachdem der Börsenkurs der Citigroup auf ein Tief gesunken war, stieg er mit 800 Mio. Dollar ein. In den goldenen Zeiten bescherten ihm die Papiere bis zu zehn Milliarden Dollar, die Hälfte seines damaligen Vermögens.

Lange Jahre galt Al Walid, den die "New York Times" mal als "Warren Buffett Arabiens" bezeichnete, als Investment-Genie der besonderen Art. Häufig hat der Saudi in seinem Wagen drei bis vier Bildschirme, auf denen er die Handelsplätze der Welt verfolgt. Gleichzeitig telefoniert er auf seinem Handy und spricht mit seinen Begleitern. "Auf den ersten Blick mag er abgedreht wirken wie Ludwig II., doch im entscheidenden Moment kann er gestochen scharf formulieren", sagt ein Beobachter.

Seite 1:

Saudischer Milliardär im Sinkflug

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%