Betrugs- und Untreuevorwurf
Insolvenzverwalter von Phoenix verteidigt sich

Der Phoenix-Insolvenzverwalter Frank Schmitt von der Kanzlei Schultze & Braun (Schubra) hat die Vorwürfe wegen Betrugs und Untreue als " haltlos" zurück gewiesen. "Die Kläger wollen die drohende Sonderumlage nicht zahlen", sagte er dem Handelsblatt. Die Anzeige gegen ihn passe ins Konzept.

HB FRANKFURT. Die Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen (EdW) soll rund 180 Mill. Euro an die betrogenen Anleger zahlen, hat aber nur fünf Mill. Euro in der Kasse. Deshalb sollen die rund 176 Mitgliedsunternehmen nachzahlen. Viele wehren sich mit Klagen. "In dieses Konzept passt auch diese Anzeige", so Schmitt.

Zwanzig Finanzdienstleister hatten ihn angezeigt, weil er zu hohe Gebühren abgerechnet haben soll. Es handelt sich dabei um 163 Mill. Euro Treuhandgelder, die er gesetzeswidrig zur Insolvenzmasse gerechnet habe. Damit habe er seine Gebühren auf 1,42 Mill. Euro getrieben. Außerdem habe er bei der Einschaltung eines Betrugsspezialisten doppelt kassiert, so der Vorwurf. "Das ist falsch", kontert Schmitt. Bei Phoenix seien sämtliche Kundengelder vermischt worden, eine Zuordnung zu Treuhandkonten sei nicht möglich. Deshalb sei die Abrechnung rechtens. Erst vor kurzem hatte allerdings der Hedgefonds-Treuhänder Citco-Global Custody aus diesem Grund den Insolvenzplan per Gerichtsbeschluss gekippt. Doch dieser Fall sei noch nicht abgeschlossen, so Schmitt, darüber müsse jetzt der BGH entscheiden. Der hinzu gezogene Betrugsexperte sei in Abstimmung mit dem Gläubigerausschuss beauftragt worden, derlei Sonderermittlungen gehörten nicht zur Aufgabe des Insolvenzverwalters.

Die Phoenix-Pleite gilt mit einem Schaden von mehr als 640 Mill. Euro als einer der größten Fälle von Kapitalanlagebetrug der Nachkriegsgeschichte.

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