Bewährungsstrafe für Landowsky im Berliner Bankenprozess
Schuldspruch für den „Paten“

Im Schlüsselprozess um die Berliner Bankenaffäre hat das Landgericht den früheren CDU-Politiker und Bankmanager Klaus Landowsky zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und vier Monaten wegen Untreue verurteilt. Damit blieb die 36. Große Strafkammer beim Berliner Landgericht unter dem Vorsitz von Richter Josef Hoch unter den Strafanträgen der Staatsanwaltschaft.

BERLIN. Diese hatte für den früheren CDU-Fraktionsvorsitzenden und Chef der Berlin Hyp, einer Tochter der ehemaligen Bankgesellschaft, heute Landesbank Berlin, drei Jahre ohne Bewährung gefordert hatten. Gleichwohl kündigte Landowskys Anwalt Revision an.

Angeklagt waren bei einem der größten Wirtschaftsstrafprozesse der vergangenen Jahrzehnte insgesamt acht ehemalige Vorstandsmitglieder und sechs Aufsichtsratsmitglieder der Berlin Hyp wegen schwerer Untreue. Die Anklagen gegen die Ex-Aufsichtsratsmitglieder ließen sich nach Auffassung des Gerichts wegen der restriktiven und falschen Informationspolitik des Vorstands nicht halten.

Alle Aufsichtsratsmitglieder wie beispielsweise die Ex-Bankgesellschafts-Chefs Wolfgang Steinriede und Wolfgang Rupf und der Ex-NordLB-Chef Manfred Bodin wurden frei gesprochen. Die fünf ehemaligen Vorstandsmitglieder einschließlich Landowsky erhielten Bewährungsstrafen zwischen einem Jahr und einem Jahr und vier Monaten.

Die Oberstaatsanwälting Vera Junker will eine mögliche Revision prüfen. "Wir sind aber froh, dass das Gericht unsere grundsätzliche Einschätzung teilt", sagte sie.

Die Berlin Hyp hatte laut Staatsanwaltschaft Gericht zwischen Mai 1996 und September 1997 Kredite von über 235 Millionen Euro an den Immobilienkonzern Aubis trotz hoher Risiken bewilligt. Mit den Geldern wurden in großem Stil Plattenbauten in Ostdeutschland gekauft und saniert. Das Geschäft ging jedoch schief, der Berlin Hyp entstand ein Schaden von 78 Millionen Euro. Das Gericht reduzierte den Vermögensschaden jedoch drastisch auf rund drei Mill. Euro.

Der Richter sprach in der Urteilsbegründung von gravierenden Pflichtverstößen bei der Kreditbewilligung. Angesichts hoher Sanierungskosten und geringer Mieteinnahmen hätten sich viele Immobilienobjekte nicht getragen. Dem Kredit hätten falsche Berechnungen zu Grunde gelegen. Die Kreditnehmer von Aubis hätten kein Vermögen vorweisen können, was die Bankmanager ignoriert hätten.

Landowsky hatte in dem Prozess stets seine Unschuld beteuert. Die Verteidiger hatten Freisprüche gefordert und argumentierten, die Bewilligung der Kredite sei durchaus vertretbar gewesen, weil die Risiken früher nicht erkennbar gewesen seien.

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