Bewährungsstrafe
Landgericht verurteilt Ex-Metabox-Chef

Der frühere Metabox-Chef Stefan Domeyer hat wegen Kursmanipulationen vom Hildesheimer Landgericht eine siebenmonatige Bewährungsstrafe bekommen. Der Angeklagte kündigte jedoch an, in Revision zu gehen.

HB HILDESHEIM. Der 42-Jährige hat nach Ansicht der Richter im April 2000 mit falschen Angaben in einer Ad-hoc-Mitteilung den Kurs der damals am Neuen Markt notierten Metabox-Aktie in die Höhe getrieben. Das Gericht ordnete am Donnerstag außerdem die Zahlung von 10 000 Euro an.

Die Hildesheimer Metabox AG wollte den Internet-Empfang mit Hilfe so genannter Set-Top-Boxen über das Fernsehgerät ermöglichen. In der Pflichtmitteilung kündigte das Unternehmen den Verkauf von 50 000 Set-Top-Boxen durch ein nicht näher benanntes Unternehmen an. Nach Erkenntnis der Richter gab es zu diesem Zeitpunkt jedoch nur einen unverbindlichen Vorvertrag mit einem israelischen Unternehmen. Das Geschäft wurde nie abgewickelt. Metabox ging später in Konkurs. "Der Angeklagte hat die Ad-hoc-Mitteilung zielgerichtet am Vorabend der Bilanzpressekonferenz veröffentlicht, um von den negativen Meldungen des Vorjahres abzulenken", erklärte das Gericht. Nach der Ad-hoc-Meldung stieg der Kurs von Metabox auf mehr als das Doppelte an. Die Wirtschaftsstrafkammer zeigte sich überzeugt, dass der sprunghafte Kursanstieg durch die Mitteilung über den vermeintlichen Großauftrag ausgelöst worden war.

Domeyer nahm die Urteilsbegründung mit Missfallen auf: Er tippte sich während der Ausführungen Moellers mehrfach mit dem Finger auf die Stirn. Der 42-Jährige hatte die Vorwürfe immer wieder bestritten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Verteidigerin Claudia Riedel kündigte an, Revision einzulegen. Der frühere Vorstandsvorsitzende jobbt nach dem Zusammenbruch seiner Firma auf der Kart-Bahn eines Freundes in Braunschweig und lebt außerdem von seinen Ersparnissen.

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