Beweisantrag zurückgezogen
Weitere Schlappe für Staatsanwaltschaft im Mannesmann-Prozess

Die Staatsanwaltschaft hat im Mannesmann-Prozess den von ihr gestellten Beweisantrag zurückgezogen. Die Anklage wirft dem Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann nicht länger eine falsche Information der Hauptversammlung Anfang Juni 2000 im Zusammenhang mit Millionenprämien im Zuge der Übernahme des Unternehmens durch den britischen Mobilfunkkonzern Vodafone vor.

HB DÜSSELDORF. "Der Vorwurf einer unzutreffenden Unterrichtung der Hauptversammlung durch Herrn Ackermann wird nicht weiter verfolgt", erläuterte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Mittwoch vor dem Landgericht Düsseldorf. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft hätten ergeben, dass die Protokolle zum Aktionärstreffen "etwas unklar" gewesen seien. Staatsanwalt Johannes Puls hatte den Beweisantrag erst am 21. April eingebracht und damals erklärt, Ackermann habe die Aktionäre falsch über die Finanzierung der Prämien informiert, die im Zusammenhang mit der Übernahme von Mannesmann durch den britischen Konkurrenten Vodafone vor etwa vier Jahren gezahlt wurden.

Seit Anfang des Jahres müssen sich sechs Ex-Manager und Aufsichtsräte von Mannesmann wegen des Vorwurfs der schweren Untreue oder der Beihilfe vor Gericht verantworten. Mannesmann war für umgerechnet über 180 Mrd. Euro vom britischen Telekom-Konzern Vodafone übernommen worden. Dabei sind Abfindungen und Boni in Millionenhöhe geflossen. Das Gericht hatte bereits Ende März angedeutet, dass es den Vorwurf, die Angeklagten hätten sich der Untreue schuldig gemacht, nicht teilt.

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