Bezahlung der Aufsichtsräte
Alles oder nichts

Wenn es in den nächsten Jahren schlecht läuft bei Coca-Cola, wird es für US-Managementgrößen Selters statt Sekt geben. Der Konzern koppelt die Bezahlung seiner Aufsichtsräte künftig komplett an den Unternehmenserfolg. In Deutschland dominiert dagegen die gemischte Vergütung.

NEW YORK. Wenn es in den nächsten Jahren schlecht läuft bei Coca-Cola, wird es für US-Managementgrößen wie Interactivecorp-Chef Barry Diller oder den früheren American-Express-Chef James Robinson Selters statt Sekt geben.

Zumindest, was ihre Bezahlung als Aufsichtsräte des weltgrößten Herstellers von alkoholfreien Getränken angeht. Denn alle 14 Coca-Cola-Aufseher werden künftig nur noch dann Geld für diese Arbeit bekommen, wenn der Konzern über drei Jahre hinweg seine Ziele beim Gewinn je Aktie erreicht – andernfalls gehen die Kontrolleure komplett leer aus.

Mit diesem neuen Modell wagt Coca-Cola eine der bislang radikalsten Änderungen bei der Vergütung von Aufsichtsräten. Die Entscheidung treibt in den USA die Debatte darüber, wie Firmenaufseher bezahlt werden sollen, weiter an – auch deutsche Unternehmen diskutieren dies seit mehreren Jahren (siehe „In deutschen Firmen dominiert...“).

Bislang zahlte Coca-Cola seinen Aufsichtsräten ein Jahres-Festgehalt von 50 000 Dollar in bar plus 75 000 Dollar in Aktien. Mit der neuen Vergütungsart sollen die Interessen der Aufseher noch stärker mit denen der Aktionäre in Übereinstimmung gebracht werden – diese Interessen lauten konstante Gewinnsteigerung und eine entsprechend gute Entwicklung des Aktienkurses.

Experten für Unternehmensführung (Corporate Governance) in den USA befürworten mit Blick auf den Aktionärsnutzen eine stärkere variable Bezahlung von Aufsichtsräten nach dem Modell Coca-Cola. „Es ist gut, dass die Vergütung künftig an den Unternehmenserfolg gekoppelt ist“, sagte Charles Elson, Leiter des Instituts für Corporate Governance an der Universität von Delaware, dem Handelsblatt. Die meisten US-Unternehmen wählen derzeit noch eine Kombination und bezahlen ihre Aufsichtsräte je zur Hälfte fest und mit Aktien.

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