Bezahlung
Deutsche hadern mit Gehältern ihrer Manager

Laut einer neuen Umfrage zeigt wünschen sich die Deutschen härtere Regeln für die Vergütung von Managern. Dass sich bei den Unternehmen seit 2008 bereits einiges getan hat, hilft dabei wenig.
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DüsseldorfDas Einkommen von Führungskräften war in den vergangenen Monaten stets Anlass für heftige Diskussionen. Dabei interessieren sich nicht einmal die Hälfte der Deutschen für das Thema Managervergütung – das zumindest zeigt eine repräsentative Umfrage der Topmanagement-Beratung HKP. Zwei Jahre nachdem das Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung (VorstAG) in Kraft getreten war, wollten die Berater die öffentliche Meinung zum Thema wissen und beauftragten das Marktforschungsinstitut Demoscope, 1000 Bundesbürger zu befragen.

Demnach halten 58 Prozent der Teilnehmer die gesetzlichen Rahmenbedingungen zur Vergütung für nicht ausreichend. 54 Prozent nehmen die Diskussion als überwiegend emotional wahr.

Neben dem VorstAG, das Nachhaltigkeit, Angemessenheit und Transparenz in der Bezahlung der Topmanager verlangt, gibt es noch die Institutsvergütungsordnung in der Finanzwirtschaft oder das Offenlegungsgesetz für Vorstandsbezüge. Deutschland, so die Einschätzung der Berater, sei schon heute das am weitesten regulierte Land, „Detaillierungsgrad und Reichweite der Regelungen sind in dieser Form weltweit einzigartig“, heißt es in der Studie. HKP-Berater Michael Kramarsch fordert insbesondere von der Politik „mehr Verantwortung mit diesem Thema, um sozialen Sprengstoff zu vermeiden“. Die Gefahr, dass einer „faktenfreie Argumentation“ noch mehr Regulierung folge, sei sehr hoch.

Belege dafür liefert ihm die Umfrage. Danach glaubt die große Mehrheit der Bundesbürger, dass die Vergütungen systematisch falsch angelegt sind. Hohe Boni oder exorbitante Abfindungen, an denen sich der Streit über die Bezahlung von Führungskräften in der Wirtschaft immer wieder entzündet, werden nicht als Einzelfälle angesehen.

Die Folgen des Angemessenheitsgesetzes für die Vergütungssysteme selbst untersuchte in einer aktuellen Studie die gewerkschaftsnahe Hans-Boeckler-Stiftung. Das Ziel, Transparenz zu erhöhen und Kurzfristdenken zu reduzieren, hätten die führenden Dax-Konzerne nur teilweise erreicht, heißt es darin. Verglichen wurden die Jahre 2008, also vor dem Gesetz, und 2010.

Immerhin: Von Adidas bis Volkswagen knüpfen inzwischen alle Unternehmen ihre kurzfristigen Boni an Kennzahlen, die über zwei oder drei Jahre lang erreicht werden müssen. Auch bei der längerfristigen variablen Vergütung haben viele Konzerne laut Studie die Bemessungszeiträume gestreckt. Diese Nachhaltigkeit fordert das VorstAG. Die meisten der 30 Dax-Unternehmen nutzten allerdings weiterhin die altbekannten finanzwirtschaftlichen Kennziffern für die Erfolgsbeteiligung, heißt es in der Studie. Erst sieben Konzerne ziehen Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit oder Umweltaspekte zur Beurteilung des Erfolgs ihrer Spitzenkräfte heran. Das sind Allianz, BMW, Post und Telekom, RWE, SAP und VW.

Alle Dax-Unternehmen deckeln laut Studie zumindest Teile der variablen Vergütung. Das fordern 77 Prozent der Deutschen laut der HKP-Umfrage ohnehin. Dabei wird in der Regel aber von den Unternehmen keine absolute Größe in Euro genannt wie bei Thyssen-Krupp (1,5 Millionen Euro maximale Langfristvergütung), sondern ein maximaler Grad zur Zielerreichung (etwa 150 Prozent).

Dieter Fockenbrock
Dieter Fockenbrock
Handelsblatt / Chefkorrespondent

Kommentare zu " Bezahlung: Deutsche hadern mit Gehältern ihrer Manager"

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  • einer der im Gegensatz zu Ihnen zwischen den Ohren noch Gehirn hat

  • Ich bin selber Shareholder in UK und CH und die Entlohnung wird selbstverständlich offengelegt zumindest die des Executive board? Lesen Sie doch mal den Geschäftsbericht?

  • Was haben Verkehrsregeln mit der Unternehmensführung zu tun? Was sind Sie denn für ein Unternehmensberater? Lächerlich.

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