Bilfinger
Utnegaard wird Roland Kochs Nachfolger

Die schlechten Nachrichten am Abend, die vermeintlich guten am Morgen: Bilfinger kappt erneut seine Prognose – und präsentiert dann einen neuen Chef. Der gilt als „emotionsloser Kostenkiller“.
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MannheimBilfinger hat einen Nachfolger für Roland Koch gefunden: Per H. Utnegaard wird am 1. Juni Vorstandschef des Bau- und Dienstleistungskonzerns. Das teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Der 55-jährige Utnegaard war zuvor Chef des Flughafendienstleisters Swissport. „Emotionsloser Kostenkiller“ taufte ihn bereits die „Wirtschaftswoche“.

Übergangschef Herbert Bodner wird den Posten räumen. Bilfinger hatte im Februar bekanntgegeben, dass es für das Amt des Vorstandschef „eine klare Präferenz“ gebe, sich der Kandidat aber mit seinem gegenwärtigen Arbeitgeber noch auf einen Zeitpunkt für sein Ausscheiden einigen müsse. Erst vor drei Wochen hat Bilfinger einen neuen Finanzchef bekommen, den früheren Pro Sieben-Sat.1 -Finanzchef Axel Salzmann.

Am Mittwochabend hatte Bilfinger nach einem Verlust zum Jahresauftakt seine Prognose für das laufende Jahr erneut kassiert. Es ist bereits die fünfte Prognosesenkung seit Juni. Um gegenzusteuern will Bilfinger nun den Sparkurs weiter verschärfen. Die Aktie verlor rund 15 Prozent.

Wegen der schlechten Entwicklung des Öl- und Gasgeschäfts in den USA sowie einer sinkenden Nachfrage in der Kraftwerksparte rechnet der Konzern nun mit „erheblichen Rückgängen“ beim operativen Gewinn (bereinigtes Ebita) gegenüber dem Vorjahreswert von 270 Millionen Euro. Bislang hatte Bilfinger einen Anstieg von bis zu fünf Prozent prognostiziert. Das Geschäft mit Projektierung, Bau und Wartung von Kraftwerken und Stromnetzen war im vergangenen Jahr der Hauptgrund für den ersten Konzernverlust seit 1998. Lediglich die Sparte Building & Facility entwickle sich entsprechend der Prognosen, teilte Bilfinger mit.

Im ersten Quartal rutschte das Unternehmen in die roten Zahlen. Operativ stand ein Verlust von acht Millionen Euro zu Buche nach einem Gewinn von 47 Millionen Euro im Jahr zuvor. Die Leistung erreichte 1,76 Milliarden Euro nach 1,72 Milliarden Euro. In der Kraftwerksparte hätten sich einige Projekte schlechter entwickelt und es habe Unterauslastungen gegeben. zudem seien deutlich weniger Aufträge im Geschäft mit Kraftwerken hereingekommen.

Übergangschef Bodner setzt nun den Rotstift an. In der Kraftwerksparte werde es zu zusätzlichen Sparmaßnahmen und einer grundlegenden Neuausrichtung kommen. Weitere Abschreibungen seien zudem nicht auszuschließen. Bodner, der seit dem Rücktritt von Roland Koch im August den Konzern übergangsweise führt, hatte bereits einen umfassenden Personalabbau angekündigt.

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Effekt des Ölpreises stärker als erwartet

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  • Bauen die überhaupt noch etwas? Oder hat der Politiker Koch verbrannte Erde hinterlassen, so daß es sich um eine Hülle zur Schuldenverwaltung handelt?

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