Bill Gates wird 60
Vom Nerd zum Wohltäter der Superlative

Unter den Gründern in der Computer-Industrie war Bill Gates nie der coolste Typ. Dafür prägte er die IT-Branche stärker als die meisten anderen. Nun hat der reichster Mann der Welt eine neue Mission.

RedmondEr gilt als Mann der leisen Töne, der öffentliche Auftritte eher scheut. Auch heute hält sich Bill Gates gern im Hintergrund auf, sollte er einmal gemeinsam mit seiner Frau Melinda im Rampenlicht stehen. Das amerikanische Magazin „Forbes“ listet William „Bill“ Henry Gates III. aktuell als reichsten Mann der Welt. Zu verdanken hat Gates das vor allem dem Erfolg von Microsoft. Am kommenden Mittwoch wird der Software-Architekt und Philanthrop 60 Jahre alt.

Mit der Firmengründung ebnete Gates in den 70er Jahren maßgeblich den Weg in das Computer-Zeitalter. Zusammen mit seinem Freund Paul Allen entdeckte Gates das Potenzial der Software. Gates begründete nicht nur den Aufstieg von Microsoft, sondern erfand letztlich die Software-Branche.

Anders als der charismatisch auftretende Apple-Gründer Steve Jobs galt Gates stets eher als zurückhaltender Computer-Nerd. Doch seine große Vision hat er zumindest in den entwickelten Staaten realisiert: Ein PC steht heute in nahezu jedem Haushalt – vor 40 Jahren war diese Vision noch ein sehr ehrgeiziges Ziel.

Bei der mobilen Revolution mussten Gates und seine Mitstreiter jedoch dem Erzrivalen Apple und dem iPhone hinterher laufen, obwohl Gates schon vor Steve Jobs mobile Taschencomputer und Smartphones mit Windows im Programm hatte.

Das Leben von Bill Gates dreht sich inzwischen nicht mehr um vorrangig PCs, Smartphones und Software: Seit sieben Jahren widmet er seine Arbeit fast ausschließlich wohltätigen Zwecken. Gates zählt zu den Menschen mit der größten Spendenbereitschaft der Welt. 1,3 Milliarden Dollar gab Gates laut „Forbes“ gemeinsam mit seiner Frau Melinda im Jahr 2014 für gemeinnützige Zwecke ab und wird damit auf dem zweiten Platz gelistet.

Überboten wird er nur noch von dem US-Großinvestor Warren Buffett, der auf eine Spendenbereitschaft in Höhe von 2,8 Milliarden Dollar kam. Aktuell wird Gates' Vermögen auf 79,2 Milliarden Dollar geschätzt.

Sowohl Bill Gates als auch seine Frau Melinda French Gates seien in Familien aufgewachsen, in denen die Werte der Freiwilligenarbeit und des persönlichen Engagements vermittelt wurden, heißt es auf den Websites der Stiftung. „Wenn das Leben gut zu einem ist, sollte man dieses Geschenk so gut und weise nutzen, wie man nur kann“, heißt es dort.

Zu den ersten Stiftungsprojekten der beiden gehörte in den 90er Jahren die Ausstattung von öffentlichen Bibliotheken in den USA mit Internet-Zugängen über die Gates Library Foundation. Gates habe über seine Firma Microsoft gelernt, wie wichtig ein PC-Zugang für die Bildung sei, heißt es. Schon bald darauf sollte sich das Engagement des Paares auf andere Bereiche weltweit erweitern, etwa der Bekämpfung von Krankheiten wie Malaria, Aids oder Kinderlähmung sowie der Kampf gegen den Klimawandel.

Viele Krankheiten gelten in den entwickelten Industrienationen als nahezu besiegt. In Afrika, Asien und andernorts ist das Leben vieler Millionen Kinder dagegen in Gefahr, nur weil oft es an ganz einfachen medizinischen Behandlungen etwa an Impfungen fehlt. Das zu ändern, schrieben sich Bill und Melinda fortan auf die Fahnen. 2010 stellten sie für die folgende Dekade 10 Milliarden Dollar allein für die Erforschung und Verteilung von Impfstoffen für die ärmsten Länder zur Verfügung.

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