Bill McDermott
Cool in der Krise

Bill McDermott hat als neuer Vertriebsvorstand von SAP einen heiklen Job: Er muss in der globalen Finanzkrise höhere Preise durchsetzen.

FRANKFURT. Der Mann will überzeugen, um jeden Preis. Unbarmherzig fixieren die wachen Augen das Gegenüber, wandern zu keiner Sekunde auch nur einen Millimeter ab. Betont aufmerksam und stets mit einem freundlichen Lächeln auf den Lippen lauscht der smarte Mittfünfziger dem Gesagten – und antwortet dann mit ruhiger, fester Stimme und wohldosiert.

Bill McDermott ist ein Profi, ein Vertriebsprofi. Seit dem Jahr 2002 arbeitet er für den Software-Konzern SAP und führte dort die US-Landesgesellschaft zu immer neuen Rekorden. Nun hat er im Vorstand die Verantwortung für den weltweiten Vertrieb übernommen, von Léo Apotheker, der demnächst alleiniger SAP-Chef wird.

Der neue Vertriebsvorstand tritt in einer schwierigen Zeit an. Die Zukunft vieler IT-Budgets ist offen, seit die Finanzkrise unbarmherzig zuschlägt und ihre Folgen für die Realwirtschaft immer offener zutage treten. Am Montag musste SAP bekanntgeben, dass der Umsatz mit Softwarelizenzen und den dazugehörigen Dienstleistungen im dritten Quartal deutlich geringer gestiegen ist als im Vierteljahr zuvor. Und die ehrgeizige Umsatzprognose für das Gesamtjahr wollte der Konzern nicht bestätigen.

Ausgerechnet in dieser heiklen Gemengelage muss McDermott seinen Kunden auch noch höhere Preise für die Wartung der SAP-Programme verkaufen, die viele der SAP-Nutzer derzeit mächtig erzürnen.

Doch McDermott verweist auf die alten Stärken einer SAP. Wer Massenware anbiete, der bekomme jetzt Probleme, sagt er. „Wer aber eine gute Marke und gute Reputation hat und den Kunden dabei helfen kann, zu wachsen oder immer komplexere Vorschriften einzuhalten, kann weiterhin mit guten Kundenaufträgen rechnen“, gibt er sich trotz aller Verwerfungen an den Märkten zuversichtlich.

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