Biotech-Unternehmen Liponova
Claudia Ulbrich – nicht zu stoppen

Claudia Ulbrich lässt sich nicht aufhalten. Nicht von einer Behörde, die das von ihrem Team entwickelte Medikament gegen eine bislang kaum therapierbare Krebsvariante unerwartet ausbremst. Nicht von einem Kooperationspartner aus der Pharmaindustrie, der unerwartet abspringt. Und auch nicht von der Börse.

FRANKFURT. Heute werden erstmals die Aktien ihres Biotechnologieunternehmens Liponova aus Hannover gehandelt. Kein Traumstart: Vergleichsweise wenig Papiere werden zu 30 Euro zugeteilt – Ulbrich und ihre Berater hatten auf bis zu 33 Euro gehofft.

So spielt die Emission gerade mal sieben Millionen Euro ein – das ist in der teuren Entwicklung neuer Medikamente kaum mehr als ein warmer Händedruck. „Als börsennotiertes Unternehmen ist unsere Verhandlungsposition mit einem potenziellen Partnerunternehmen besser“, sagt die 40-jährige Medizinerin.

Wenigstens das. Denn Liponova braucht dringend einen finanzstarken Partner. Der Emissionserlös deckt nicht mal einen Bruchteil der Kosten für die internationale Studie, die die europäische Zulassungsbehörde für das Krebsmittel verlangt, an dem Ulbrich seit fast einem Jahrzehnt forscht. Zudem wird einer der Risikokapitalgeber nach dem Ablauf der Haltefrist wohl aussteigen. Ulbrich wird sich der Situation zu stellen wissen. Auch der nicht gerade diplomatisch kommunizierte Ausstieg des Medikamenteherstellers Stada vergangenes Jahr warf sie nicht aus der Bahn. Die gebürtige Nordhessin ist eine Ausnahmeerscheinung in der deutschen Biotechnologiebranche: Forscherinnen gibt es viele – doch nur wenige wagen den Schritt in die Selbstständigkeit.

Auch optisch hebt sie sich ab: Im eleganten Business-Outfit wirkt die schlanke Blondine eher wie eine Managerin aus der Medienbranche als eine Ärztin. Medizintechnik hat sie studiert, es folgte eine Zusatzausbildung für Naturheilverfahren. Dann gehörte sie zu den ersten Absolventen des Studiengangs Gesundheitsökonomie an der European Business School in Oestrich-Winkel.

1995 promoviert sie mit einer Arbeit über Nierenkrebs. Ein Thema, das sie nicht loslassen soll. Drei Jahre später gründet sie Liponova. Das Unternehmen mit über 20 Mitarbeitern widmet sich einem Mittel, das bei Patienten mit Nierenkrebs die Bildung tödlicher Tochtergeschwüre bekämpft.

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