Bisheriger Euro-RSCG-Chef soll Ed Meyer an der Spitze der Werbeagentur ablösen
Heekin heißer Kandidat als Grey-CEO

Die Suche nach einem neuen Chef für die Werbeagentur Grey Worldwide steht anscheinend kurz vor dem Ende: Der am Montag zurückgetretene Chairman und Chief Executive Officer von Euro RSCG, James R. Heekin, hat beste Chancen, neuer Frontmann zu werden.

HB FRANKFURT. Der 55-Jährige soll sich in abschließenden Gesprächen mit WPP-Chef Sir Martin Sorrell befinden, berichtet die „New York Times“ unter Berufung auf Unternehmenskreise. Die zu den weltweit größten Werbekonzernen gehörende britische Holding WPP hatte im März dieses Jahres die Übernahme der Grey-Gruppe abgeschlossen. Offiziell kommentieren die Unternehmen den bevorstehenden Wechsel nicht.

Heekin soll die Werbelegende Ed Meyer ablösen. Der 78-Jährige will nach vier Jahrzehnten an der Spitze von Grey seine Aufgaben im September abgeben, aber noch bis Ende 2006 als CEO und Chairman der Holding Grey Global Group agieren.

Heekin ist ein erfahrener Agenturmanager. Bevor er Mitte 2003 zu Euro RSCG, der größten Werbeagentur aus dem Havas-Konzern, kam, hatte er zehn Jahre lang verschiedene Führungspositionen bei der Interpublic-Tochter McCann-Erickson inne. 2000 wurde er Chairman und CEO von McCann. Als Interpublic unter anderem wegen Fehlbuchungen bei ihrer Agenturtochter in bilanzielle Schwierigkeiten geriet, musste Heekin seinen Posten für seinen damaligen Interpublic-Chef John Dooner räumen, der in die zweite Reihe strafversetzt wurde.

Bei Euro RSCG ist für Heekin anscheinend kein Platz mehr, seitdem der Finanzinvestor Vincent Bolloré kürzlich bei Havas das Ruder übernommen hat. Bolloré machte vergangenen Monat den Banker Philippe Wahl zum CEO und sich selbst zum Chairman. Weil die beiden über keine Agenturerfahrung verfügen, scharrten sie gleich drei Vize-Chairmen und fünf Managing Directors aus den Konzernagenturen um sich: Heekin war nicht darunter.

Philippe Wahl sprach in einer offiziellen Mitteilung am Montag davon, dass Heekin die „notwendige Grundarbeit“ geleistet habe, um Euro RSCG durch eine „Übergangsphase“ zu führen. In diese Zeit fiel der Verlust des weltweiten Intel-Etats, gewonnen wurde aber beispielsweise der von Jaguar. Euro RSCG wird künftig von einem vierköpfigen Management-Team geführt.

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