Bislang war der Milliardär Li Ka-shing erfolgreich. Aber sein Ausflug in den UMTS-Mobilfunk droht zum Flop zu werden.
Ungewohnter Gegenwind in Honkong

In Hongkong nennen sie ihn „Supermann“, bisweilen sogar „König Midas“. Schließlich hat Li Ka-shing lange Zeit alles, was er anfasste, in Gold verwandelt. Heute aber muss der Hutchison-Chef um seinen hart errungenen Ruf bangen.

HONGKONG. Die Probleme mit dem europäischen UMTS-Geschäft reißen nicht ab. 18,2 Milliarden Euro hat der Tycoon für den Vorstoß in den Breitband-Mobilfunk veranschlagt. Floppt das größte unternehmerische Wagnis seines Lebens, wäre das ein harter Schlag für ihn.

Derzeit bürdet die unbewährte Technik dem Golfer immer neue Handicaps auf. Gerade haben Software-Macken die Lieferung von drei Millionen Multimedia-Handys verzögert. Das verhagelt der UMTS-Tochter „3“ die „Weihnachtsoffensive“, mit der sie bis zum Jahresende in Großbritannien und Italien je eine Million Kunden anwerben wollte. Die Folgen: Das Erreichen der Gewinnschwelle könnte sich bis Ende 2006 hinauszögern. Bis zu zwei Milliarden Euro mehr als vorgesehen könnte das UMTS-Projekt verschlingen.

Dennoch: Nach außen wahrt der 75-Jährige eine steife Oberlippe. Den Medien stellt er sich nur zweimal im Jahr, bei den Bilanzpressekonferenzen. Sein Charisma, seine Schlagfertigkeit und sein selbstzufriedenes Lächeln hat er dabei nicht verloren. Dem ungewohnten Gegenwind trotzt er mit Energie, Charme und Scharfsinn.

Ob sich der Mann mit der altmodischen Hornbrille mit UMTS vertelefoniert hat, dürfte sich im kommenden Jahr herausstellen. Klar ist, dass der gewiefte Händler beim Erwerb der UMTS-Lizenzen für über zehn Milliarden Dollar gegen das eiserne Gesetz seiner Zunft verstoßen hat: Kaufe billig, und stoße teuer ab. So lasten heute UMTS-Risiken aus zehn Ländern auf der Hutchison-Aktie. Seine neun Milliarden Dollar Umsatz erwirtschaftet Hutchison in anderen Bereichen: mit 32 Häfen von Hongkong bis Panama, Supermärkten und Drogerieketten in Asien und Europa, Immobilien, Kraftwerken und Hotels.

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