Blitzumfrage
Firmen peilen Zukäufe in den USA an

Die aktuelle Dollar-Schwäche ist das Top-Thema bei Entscheidungsträgern deutscher Unternehmen in den USA. Die große Mehrheit von 82 Prozent sieht einen hohen oder sogar sehr hohen Einfluss des Wechselkurses auf ihr aktuelles Geschäft in den Vereinigten Staaten. Das hat auch Konsequenzen für die Produktion vor Ort.

DÜSSELDORF. Das belegt eine Blitzumfrage der Unternehmensberatung Droege & Comp. vom vergangenen Wochenende. Weil die meisten Firmen den Dollar-Verfall als längerfristiges Phänomen einschätzen, wollen sie schnell in den Bereichen Einkauf, Vertrieb, Finanzen und Produktion gegensteuern.

„Sehr viele deutsche Unternehmen erkennen, dass sie sich jetzt sehr schnell bewegen müssen, um den Währungsschwierigkeiten zu begegnen“, sagt Lars Knorn, Direktor im New Yorker Büro von Droege. Ein „Aussitzen“ der Krise scheidet gleich aus zwei Gründen aus: Erstens rechnen sechs von zehn Entscheidern damit, dass die Dollar-Schwäche länger als ein Jahr dauern wird. Zweitens beurteilen die meisten Manager den US-Markt langfristig als einen überaus attraktiven Absatz- und Produktionsmarkt. Die Krise entpuppt sich deshalb zur Chance, billig zu- oder einzukaufen.

Ein starker Euro – und niedriger Dollar – verteuert deutsche Waren in Amerika und macht sie weniger wettbewerbsfähig. Neben der sich abzeichnenden US-Rezession benennen die Top-Entscheider den Schwebezustand bis zu den Präsidentschaftswahlen im Spätherbst als Hauptgründe für die Wirtschafts- und Währungsschwäche in den USA.

Mehr als ein Drittel der befragten Unternehmen kündigte an, seine Strategie in weniger als drei Monaten an die veränderten Wechselkursverhältnisse anpassen. „Es werden zurzeit Überstunden in den US-Zentralen deutscher Unternehmen gemacht. Die Zeit drängt. Die Preise europäischer Produkte steigen täglich“, bestätigt Knorn.

An der Online-Befragung, deren Ergebnisse dem Handelsblatt exklusiv vorliegen, nahmen 60 deutsche Unternehmen in den USA aus verschiedenen Branchen teil. Die meisten Firmen kommen auf einen US-Umsatz bis 50 Mill. Dollar, ein Sechstel auf mehr als 100 Mill. Dollar.

Die Ergebnisse belegen, wie unterschiedlich sich die Dollar-Schwäche auf die einzelnen Unternehmensbereiche auswirkt. Demnach wird sich die Produktionsstrategie am meisten ändern. 56 Prozent der befragten Unternehmen planen, ihre Produktion in den USA massiv auszubauen. Ein Drittel beabsichtigt dies sogar innerhalb der nächsten sechs Monate.

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