BMW peilt Umsatz- und Gewinnrekorde an
Kaderschmiede der Deutschland-AG

Gut 23 Jahre arbeitete Wolfgang Ziebart für BMW. Bis in den Vorstand brachte er es. Dann musste er 1999 gehen, weil er nicht in das Team des damaligen Vorstandschefs Joachim Milberg passte. Aber beim Münchener Autokonzern ist man heute noch voll des Lobes über Ziebart: „Ein exzellenter Mann.“

HB MÜNCHEN. Jetzt kehrt Ziebart nach München zurück: Spätestens Anfang September tritt der 54-Jährige seinen neuen Job als Chef des Chipkonzerns Infineon an. Vielleicht eine gute Gelegenheit, alte Beziehungen wieder aufzufrischen. Die Kontakte zwischen dem promovierten Ingenieur und seinem ehemaligen Arbeitgeber seien noch immer gut, berichten Insider. Die Zeit beim Münchener Autokonzern hat den Manager geprägt.

Nicht nur ihn. Die Liste der bei BMW gescheiterten Manager, die es später bei anderen deutschen Top-Unternehmen nach ganz oben schafften, ist lang. Bernd Pischetsrieder, 56, ist seit zwei Jahren Vorstandschef bei VW. Wolfgang Reitzle, 55, besetzt den Chefsessel des Mischkonzerns Linde, beides im Dax notierte Unternehmen. Carl-Peter Forster, 50, führt seit 2001 Opel, die deutsche Tochter des US-Konzerns General Motors. Und Bernhard Matthes, 48, ist Boss der Ford-Werke in Köln.

BMW hat sich offenbar den Luxus erlaubt, erstklassige Manager wegzuschicken – und ist so zu einer Art Kaderschmiede der Deutschland-AG geworden. Im Februar 1999 war der Münchener Autokonzern angesichts des Rover-Debakels in eine spektakuläre Führungskrise gerutscht. Nach einer legendären Aufsichtsratssitzung mussten damals Pischetsrieder und Reitzle ihre Vorstandsposten räumen. Milberg wurde neuer BMW-Chef. Nur ein Jahr später gingen dann auch die Vorstände Ziebart, Forster und Henrich Heitmann. Das Trio hatte für eine Trennung von Rover votiert – zu früh. Denn später stieß Milberg die verlustreiche Tochter aus Großbritannien wieder ab.

Die Ex-Vorstände haben bei BMW einiges geleistet. Der designierte Infineon-Chef Ziebart etwa hat die Dreier-Modellreihe zum Erfolg geführt. Auch Entwicklungschef Reitzle, 23 Jahre bei BMW, und Pischetsrieder, der gar 26 Jahre bei den Bayern war, davon sechs Jahre an der Konzernspitze, haben maßgeblich am Aufstieg der Marke BMW mitgewirkt.

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