BMW-Vorstand für Produktion
Frank-Peter Arndt: Ein Preuße am bayerischen Band

Frank-Peter Arndt wird neuer Produktionsvorstand von BMW. Außerhalb des Unternehmens ist er ein weitgehend unbeschriebenes Blatt. Intern zählt der Leiter des größten BMW-Werkes schon länger zu den 30 Managern in der Ebene direkt unter dem Vorstand – den großen Fischen im Goldfischteich der Führungskräfte von BMW.

STUTTGART. In 23 Jahren arbeitete sich der gebürtige Berliner bis in diesen erlesenen Kreis vor. Der Wirtschaftsingenieur begann bald nach dem Studium 1983 seine Karriere bei BMW im Projektcontrolling und der Kostenplanung. Erste Meriten für höhere Aufgaben verdiente er sich in den 90ern bei der Gießerei in Landshut: Er hatte Anteil daran, dass sich BMW mit Motoren aus leichten Aluminiumgehäusen Vorteile erarbeitete. Wirtschaftlicher Leichtbau ist eine der Schlüsseltechnologien bei Fahrdynamik und Energieverbrauch. Zudem liefen bei Arndt von 2000 bis 2004 die Fäden der Entscheidungen zusammen, welche Teile der Konzern einkauft oder selbst baut – für den im Vergleich zu Daimler-Chrysler oder Toyota kleinen Autobauer eine Position von existenzieller Bedeutung.

Weggefährten beschreiben Arndt als guten Zuhörer mit starken analytischen Fähigkeiten, der seinen Mitarbeitern viel Freiheiten gibt – aber auch klare Ziele setzt. Fehlende Auslandserfahrung kompensiert er mit breitem Wissen. Das Werk in Dingolfing hat er nur zwei Jahre geführt.

Der „Passauer Neuen Presse“ vertraute er mal zum Thema Stress an, dass mehr als zwölf Stunden Arbeit täglich kein Problem, sondern eher eine Frage der Organisation seien. Den abendlichen Spaziergang mit seiner Frau oder den Nordic-Walking-Marsch wolle sich der begeisterte Bergwanderer jedenfalls ebenso wenig nehmen lassen wie ein Glas Rotwein. Zumindest die zeitraubenden Fahrten von Dingolfing zum Münchener Wohnsitz wird er sich künftig sparen können.

Den Gratulanten zu seinem 50. Geburtstag im Februar sagte der Vater zweier erwachsener Töchter, er verzichte zu diesem Anlass auf eine Halbzeitbilanz, er denke lieber regelmäßig über seine beruflichen und privaten Dinge nach und stelle fest, „dass alles passt“. Daran dürfte sich in den vergangenen fünf Monaten nichts geändert haben – im Gegenteil.

Martin-Werner Buchenau
Martin-W. Buchenau
Handelsblatt / Korrespondent
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