BNP-Paribas: Ein Mann am Drücker

BNP-Paribas
Ein Mann am Drücker

Akribisch, eher zurückhaltend und exakt. Die großen Töne sind nicht die Sache von BNP-Paribas-Vorstandschef Baudouin Prot. Angesichts dieser Zurückhaltung reagierte der Aktienmarkt umso erregter auf eine Erklärung seiner Presseabteilung in Bezug auf die angeschlagene Société Génénerale. Die Börse spekuliert, ob Prot nach dem Konkurrenten greifen könnte.

PARIS. Wenn Baudouin Prot, Vorstandschef der französischen Bank BNP Paribas, zu einem Interview erscheint, hat er sich gut vorbereitet. Neben einem Stapel handgeschriebener Notizzettel wühlt er im Gespräch dann gerne in einem Konvolut an Charts, um schnell ein Detail nachzureichen - wie etwa die Zahl der BNP-Filialen in Algerien.

Typisch Prot: Akribisch, eher zurückhaltend und exakt. Die großen Töne sind nicht die Sache des hochgewachsenen Managers. Er lässt lieber Taten sprechen. Als einzige Extravaganz gönnt sich der 56-jährige Bank-Chef die silbergraue Locke seines Seitenscheitels, die ihm mal wieder vor die Augen weht.

Angesichts der öffentlichen Zurückhaltung der von ihm geführten Bank reagierte der Aktienmarkt umso erregter auf eine Erklärung seiner Presseabteilung in Bezug auf den angeschlagenen Konkurrenten Société Générale: Demnach denkt die BNP Paribas "über eine Offerte nach, weil alle europäische Banken das tun". Etwas später dämpft auf Nachfrage ein Sprecher die Aufregung und sagt: "Wir denken lediglich darüber nach, was die aktuelle Situation für uns bedeutet."

Seit Tagen richten sich alle Blicke auf Prot und die von ihm geführte BNP Paribas, Frankreichs größte Bank in Sachen Marktkapitalisierung. Die 2007er Rekord-Ergebnisse - 7,8 Mrd. Euro Gewinn, Wertkorrekturen im Zuge der Subprime-Krise im Gesamtjahr von nur 1,2 Mrd. Euro - gelten als erneuter Beleg dafür, dass die Bank das Zeug dazu hat, die Schwäche der Wettbewerber für sich nutzen zu können.

Und die Gelegenheit, nach dem gescheiterten Versuch aus dem Jahr 1999 den Erzrivalen Société Générale (SG) doch noch zu schlucken, scheint einmalig: Der Skandal um den Händler Jérôme Kerviel hat die Bank nicht nur 4,9 Mrd. Euro gekostet, sondern auch viel Ansehen. SG-Chef Daniel Bouton ist schwer angeschlagen; die Marktkapitalisierung der SG ist auf weniger als 39 Mrd. Euro gesunken.

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