Bob-Liebhaber Albert II. lenkt künftig die Geschicke des Fürstentums Monaco
Der rasende Regent

Eigentlich wollte Fürst Rainer III. von Monaco seinem einzigen Sohn Erbprinz Albert II. erst das Zepter des Zwergenstaates überlassen, wenn dieser endlich in den Stand der Ehe getreten ist. Der bedrohliche Gesundheitszustand des Fürsten ließ nun keine andere Wahl: Albert hat offiziell die Amtsgeschäfte im Familienunternehmen Monaco AG übernommen.

PARIS. Immer, wenn nachrichtentechnisch Saure-Gurken-Zeit herrscht in Europas Fürstenhäusern, wissen die Klatsch-Redaktionen, was sie tun müssen, um ihre Seiten zu füllen: einen Fotografen nach Monaco schicken. Um abzulichten, mit wem Albert II. gerade turtelt. Meist tauchen dann Bilder auf mit Fotomodells und Schauspielerinnen. „Darf so einer Fürst werden?“ entsetzte sich in der vergangenen Woche die „Bild“.

Er darf. Und das früher als erwartet. Auch ohne Ehefrau. „Ich habe kein Recht, mich zu irren“, begründet er seine Heiratsabstinenz. Jüngst wurde sogar die Verfassung Monacos geändert: Sollte Albert kinderlos sterben, können auch seine Schwestern Caroline und Stephanie sowie deren Kinder die Nachfolge antreten. Damit ist die Gefahr gebannt, dass das Fürstentum an Frankreich zurückfällt, sollte der Fürst ohne Nachfolger sterben. Das sah die alte Rechtslage vor.

Mit vollem Namen heißt der Erbprinz Albert Alexandre Louis Pierre, Marquis des Baux. Längst ist er darauf vorbereitet, Oberhaupt des nach dem Vatikan zweitkleinsten Staates der Erde zu werden. Seit der ersten Bypassoperation seines Vaters 1994 übernahm er mehr und mehr fürstliche Aufgaben. 1999 leitete er zum Beispiel die 54. Vollversammlung der Vereinten Nationen zum Thema „Meeresrecht“.

Doch trotz Monaco-Glamour und Grimaldi-Familienreichtum: Albert gilt als bodenständig und zurückhaltend. Sein Vater soll ihn einmal als „zu nett“ kritisiert haben. Die große Leidenschaft des neuen Regenten von Monaco, der fließend Deutsch spricht, ist der Sport: Er hat den schwarzen Gürtel im Judo, nahm an der Rallye Paris-Dakar 1985 teil. Doch seine große Liebe gilt dem Bobsport, zu seinen Ämtern zählt der Vorsitz des monegassischen Bob-Verbandes. Einziger Fahrer: Albert selbst – fünf Olympia-Teilnahmen inklusive.

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