Body-Shop-Gründerin Anita Roddick
Kämpferin für das Gute

Als Anita Roddick vor drei Jahrzehnten den ersten Body Shop eröffnete, konnte sie nicht ahnen, dass sie eine weltweit geachtete Marke schaffen würde. Nun hat sie das Unternehmen verkauft. Man wird aber bestimmt noch viel von ihr hören.

Um große Worte war Anita Roddick noch nie verlegen. Und auch jetzt, beim Verkauf ihres Unternehmens, des Naturkosmetikanbieters Body Shop, an L’Oréal, trägt sie wieder ganz schön dick auf: Sie sei „aufgeregt“, ja geradezu „ekstatisch“ über die Übernahme durch den französischen Kosmetik-Weltmarktführer. Was manche als Ausverkauf sehen, sei in Wahrheit eine „echte Partnerschaft“. Nichts werde sich dadurch ändern, rein gar nichts.

Doch ihr Kostümjäckchen mit T-Shirt und dezenter Kette passt eher zum Anlass als die überschwängliche Rhetorik: Eine erfolgreiche Firmengründerin nähert sich dem Rentenalter und verkauft ihr Lebenswerk an einen Weltkonzern. Da verspricht man seinen treuen Angestellten eben, dass im Grunde alles so familiär bleibt, wie es immer war. Aber ob sie es glauben?

Ausgerechnet L’Oréal, einst so etwas wie das Feindbild von Body Shop, wird nun zur neuen Heimat. Roddick stellt die Chancen in den Vordergrund: L’Oréal habe ein unglaubliches Wissen in der Forschung und Produktentwicklung und werde die Body-Shop-Produkte enorm voranbringen. Sie selbst werde den französischen Konzern in die Entwicklungsprojekte in 35 Ländern einführen, mit denen Body Shop durch den Einkauf natürlicher Zutaten direkt bei Bauern deren Lebenslage verbessert. „Ich bin zu alt und zu schlau, um mein Lebenswerk wegzugeben, damit es zerstört wird“, sagt sie.

Als sie vor drei Jahrzehnten den ersten Body Shop eröffnete, konnte sie nicht ahnen, dass sie eine weltweit geachtete Marke schaffen würde. Der erste Laden im Seebad Brighton entstand eher aus der Not heraus. Roddicks Ehemann Gordon erfüllte sich gerade einen Traum und ritt auf einem Pferd durch ganz Amerika. Ihr Hotel und ihr Restaurant in Brighton warfen nicht genug Geld für sie und die zwei kleinen Kinder ab, also begann sie, in der heimischen Küche Fußbalsam, Cremes und Shampoo aus natürlichen Zutaten herzustellen.

Aus einem Laden wurden schnell zwei – mit den Naturkosmetika aus ökologisch unbedenklichen Zutaten deckte Roddick eine Marktlücke ab. Sie fand Kundinnen, die sich nicht in dem von der Kosmetikindustrie propagierten Frauenbild und Schönheitsideal wiederfinden konnten. Als ihr Mann zurückkam, beschloss das Paar, mit Body Shop zu expandieren und im Franchise-System eine Ladenkette aufzubauen. Der Erfolg wuchs stetig und damit die Erfahrung im Geschäftsleben. „Ich habe keine Ahnung, wie wir das geschafft haben“, sagt die Manager-Autodidaktin Roddick im Rückblick.

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