Boehringer Ingelheim
Lufthansa-Finanzchefin geht zu Pharmakonzern

Am Donnerstag hat die Lufthansa überraschend mitgeteilt, dass die Finanzchefin das Unternehmen verlässt. Nun steht auch fest, wo es Simone Menne hinzieht. Sie wechselt in die Pharmabranche.

Frankfurt, KölnLufthansa-Finanzchefin Simone Menne wechselt zu Deutschlands zweitgrößtem Pharmakonzern Boehringer Ingelheim. Sie werde dort neues Mitglied der Unternehmensleitung und ebenfalls den Bereich Finanzen verantworten, teilte Boehringer Ingelheim am Freitag mit. Lufthansa hatte am Donnerstagabend überraschend kommuniziert, dass die 55-Jährige um eine vorzeitige Beendigung ihres Vorstandsvertrages zum 31. August gebeten habe.

Eigentlich wäre der Vertrag noch für rund vier Jahre gültig gewesen, es fehlten wohl die Perspektiven im Airlinekonzern. Menne wolle „eine Möglichkeit zur persönlichen Weiterentwicklung nutzen“. Menne ist die erste Frau, die 2012 Finanzvorstand eines Dax-Konzerns wurde.

Bei Boehringer fängt Menne zum 1. September an und tritt dort die Nachfolge von Hubertus von Baumbach an, der zum 1. Juli den Vorsitz der Unternehmensleitung übernimmt. Mit von Baumbach übernimmt erstmals seit 25 Jahren wieder ein Mitglied der Inhaberfamilie die Spitze der Unternehmensleitung. Er ist ein Urenkel von Albert Boehringer, der das Pharmaunternehmen 1885 gründete.

Die Managerin Simone Menne ist eine von 25 Gewinnerinnen, die die Businessplattform Edition F mit dem Handelsblatt als Medienpartner vor einem Jahr für den Wettbewerb "25 Frauen, die wir bis 2025 als Dax-CEO sehen wollen" gekürt hatte. In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung sprach sie damals schon ganz offen von ihren Ambitionen und dass sie glaube, dass 2017 die erste Frau in Deutschland CEO eines DAX-Konzern werden könnte. „Es gibt viele schöne Unternehmen in Deutschland, ich kann mir einige vorstellen.”

Der Ausrede, dass es bislang keine weibliche CEO bei den deutschen DAX30 gibt, da qualifizierte Managerinnen fehlten, stellte sie sich energisch entgegen: „Mir fallen viele Kandidatinnen ein.” Genauso wenig glaubt Menne, die eigentlich mal Künstlerin werden wollte, nicht, dass es Frauen am Willen mangelt, Konzerne zu führen. Gleichzeitig räumt sie öffentlich immer wieder damit auf, dass Frauen untereinander solidarischer seien. Frauen, so die erfahrene Managerin, seien in ihrem Karrierewillen nicht anders als Männer. Für alle Geschlechter gelte das gleiche: Wer aufsteigen wolle, müsse härter arbeiten als andere und bereit sein, sich unbeliebt zu machen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Carina Kontio ist Redakteurin im Ressort Unternehmen & Märkte.
Carina Kontio
Handelsblatt / Redakteurin Unternehmen
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