Börse Hannover
Frische Brise an der Leine

Die neue Chefin Sandra Lüth soll den Handel an der Regionalbörse Hannover in Schwung bringen. Mit 31 Jahren ist sie eine ausgesprochen junge Spitzenmanagerin. Die Börse Hannover versteht sich als innovativer Handelsplatz - zu diesem Image passt die junge Wirtschaftsjuristin wie kaum eine andere.

FRANKFURT. Mit Schweinehälften hat die neue Geschäftsführerin der Börse Hannover wirklich nichts am Hut. Dabei werden in der niedersächsischen Landeshauptstadt schon seit dem 18. Jahrhundert Vieh, Getreide und Kartoffeln gehandelt. Seit 1998 sogar auf Termin, also mit Futureskontrakten. Vor zehn Jahren übernahm allerdings die Warenterminbörse in Hannover den professionellen Agrarhandel von dem altehrwürdigen Handelsplatz. Das Geschäft mit den Wertpapieren verantwortet seit Ende Februar Sandra Lüth: Aktien, Renten, Zertifikate und Genussscheine sind die Steckenpferde der neuen Chefin der Börse Hannover. Gemeinsam mit Thomas Ledermann von der Börse Hamburg steht sie auch der gemeinsamen Trägergesellschaft Börsen AG vor.

Seit rund einem Monat im Amt ist sie die zweite Frau auf dem Chefsessel einer deutschen Börse und mit 31 Jahren zudem eine ausgesprochen junge Spitzenmanagerin. Ihre Kollegin Christine Bortenlänger von der Börse München zählt zwölf Jahre mehr als sie. "Aber hier in Hannover ist ein junger Chef nichts Ungewöhnliches", sagt Lüth bescheiden. "Mein Vorgänger Hans Heinrich Peters kam mit 32 Jahren ins Amt." Peters hat sich aus Altersgründen aus dem operativen Börsengeschehen zurückgezogen - mit gerade 63 Jahre, was gemessen an so manchem Bankvorstand geradezu jung ist. Doch er bleibt der Börse als Berater erhalten.

Die Börse Hannover versteht sich als innovativer Handelsplatz und zu diesem Image passt die junge Sandra Lüth wie kaum eine andere. Die Diplom-Wirtschaftsjuristin studierte an der Fachhochschule in Lüneburg Wirtschaftsrecht. Sie arbeitete nebenbei auch bei der Deutschen Bank, unter anderem in der Kundenbetreuung. "Im Nachhinein wirkt die Zeit nicht mehr so anstrengend, wie sie wohl wirklich war", sagt Lüth. Ihr war ein möglichst enger Praxisbezug bei der Ausbildungswahl jedoch besonders wichtig. "Die Theorie allein hätte mir nicht gereicht." Gerade in der Kundenbetreuung sammelte sie Erfahrung - unter anderem in der Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt.

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