Börsen-Fusion
Nyse-Chef will in Brüssel für Fusion mit Deutscher Börse kämpfen

Der Chef der New York Stock Exchange, Duncan Niederauer, wird kommende Woche in Brüssel mit den EU-Wettbewerbshütern über die Fusion mit der Deutschen Börse verhandeln. Die Entscheidung soll im Dezember fallen.
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Brüssel/FrankfurtNyse-Chef Duncan Niederauer will die Bedenken der EU-Kommission gegen die geplante Fusion mit der Deutschen Börse in der kommenden Woche persönlich ausräumen. Niederauer werde am Dienstag erneut in Brüssel mit den Wettbewerbshütern zusammenkommen, sagte eine mit der Situation vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Bei den Gesprächen könnte sich herauskristallisieren, welche Zugeständnisse die Konzerne anbieten müssen, um von der Behörde grünes Licht für den neun Milliarden Dollar schweren Zusammenschluss zu erhalten.

In einer E-Mail an die Mitarbeiter zeigte sich Niederauer zuversichtlich, die Wettbewerbshüter in der kommenden Woche zu überzeugen. „Wir werden in der Woche ab dem 7. November erneut in Brüssel sein. Dann werden wir sehen, wo wir nach der jüngsten Anhörung stehen, und alle offenen Fragen mit der Kommission besprechen.“ Nyse und die Deutsche Börse hatten bereits Ende der vergangenen Woche in Brüssel ihre Argumente für einen Zusammenschluss präsentiert. Beide haben bis zum 17. November Zeit, um die Bedenken der Behörde auszuräumen und ihr Zugeständnisse anzubieten. Die EU-Kommission will dann spätestens bis zum 22. Dezember entscheiden.

Die Behörde hatte den Fusionspartnern Anfang Oktober ihre gesammelten Bedenken auf über 130 Seiten zugestellt. Dabei erklärte die Kommission nach Reuters-Informationen, bei ihrer Prüfung nur den Teil des Derivatehandels betrachten zu wollen, der über regulierte Börsen abgewickelt wird. In diesem Bereich sind die Deutsche-Börse-Tochter Eurex und die Nyse Liffe führend. Den außerbörslichen Handel (OTC), der den größten Teil des Derivatemarktes ausmacht, will die EU dagegen ausblenden.

Deutsche Börse und Nyse plädierten dagegen bei der Anhörung dafür, auch den OTC-Markt in die Prüfung einzubeziehen. „Die OTC-Volumen sind deutlich höher als die an den Börsen“, sagte der stellvertretende Chef der Deutschen Börse, Andreas Preuß, vergangene Woche am Rande des Treffens in Brüssel. Der außerbörsliche Handel sei somit ein direkter Konkurrent des regulierten Börsenhandels, argumentierte Preuß. Zudem könnten durch einen Zusammenschluss von Eurex und Liffe Transparenz und Risiko-Management verbessert und die Kosten für die Kunden gesenkt werden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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