Bonner Landgericht
Konto abgeräumt: Fälschungsrisiko liegt bei der Bank

Ein Enkel hat mit gefälschten Unterschriften das Konto seiner Großmutter geräumt. Nun muss die Bank der 79-jährigen Kundin insgesamt 21 600 Euro zurückzahlen.

HB BONN. Das Fälschungsrisiko liege grundsätzlich bei der Bank, urteilte das Bonner Landgericht am Freitag in einem Zivilstreit (AZ: Landgericht Bonn 3 O 192/05).

Der 24-jährige Mann hatte die Unterschrift der Seniorin auf Scheckvordrucken wie auch unter einer Kontovollmacht gefälscht und die manipulierten Dokumente in Bank-Filialen in Euskirchen und Köln vorgelegt. Mitarbeiter des Kreditinstituts zahlten dem Enkel Geldbeträge zwischen 500 und 2000 Euro bei mehreren Besuchen ungeprüft und ohne weitere Rückfrage bei der Kontoinhaberin aus.

Der Großmutter sei nicht vorzuwerfen, dass sie die Bank-Papiere offen herumliegen ließ, stellte das Gericht fest. Mit einem stehlenden Enkel müsse man nicht rechnen. Die Scheckvordrucke hätten sich in einer ledernen Herrentasche in einer Schublade befunden. Der Personalausweis steckte in der Handtasche der Seniorin. Beides hatte der Enkel während eines Besuches gesucht und entwendet.

Die Bank kann den Schaden jetzt bei dem arbeitslosen Enkel einklagen. Er wurde wegen Urkundenfälschung und Betruges bereits zu einer Geldstrafe von 5 400 Euro verurteilt.

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