Boos muss nun schnell bei ausländischen Verlagen Vertrauen gewinnen
Zwei Chefs, aber nur ein Sessel

Heute hat Jürgen Boos als Direktor der Frankfurter Buchmesse seinen ersten Arbeitstag – Aufregung garantiert.

FRANKFURT. Die Frankfurter Buchmesse hat einen neuen Direktor – und einen alten. Der neue Mann heißt Jürgen Boos, war bislang Manager beim Wiley-Verlag und wird heute seinen Job als Sprecher der Geschäftsführung antreten. Sein Vorgänger Volker Neumann hat noch einen Vertrag bis zum Jahresende und macht bisher keinerlei Anstalten, seinen Arbeitsplatz vorzeitig zu räumen. Noch ist völlig unklar, wie der 43-jährige Boos und sein zwanzig Jahre älterer Kollege in den kommenden Wochen zusammenarbeiten werden.

„Es wird bald eine Entscheidung geben müssen“, sagt ein einflussreicher Branchenvertreter. „Auf Dauer kann es mit zwei Direktoren nicht funktionieren.“ An diesem Vormittag werden Boos und Neumann bereits grundlegende Themen zu diskutieren haben. Dazu gehört zum Beispiel die Frage, wer auf dem Chefsessel Platz nehmen darf. Bislang existiert in dem Verwaltungsbau an der Frankfurter Konstablerwache nur ein Exemplar dieses symbolträchtigen Möbelstücks.

Im kleinen Kreis soll der neue Mann, ausgestattet mit einem Dreijahresvertrag, bereits deutlich geworden sein. „Boos hat uns klar gemacht, dass er der Chef ist“, zitiert ein Mitarbeiter die Aussage des neuen Messedirektors bei einer internen Versammlung zum Jahresanfang. Jürgen Boos, dem Branchenkollegen diplomatisches Geschick nachsagen, will sich dazu nicht öffentlich äußern. Die Zurückhaltung ist nachvollziehbar.

Nach wie vor genießt sein Vorgänger in der Branche einen guten Ruf. Es war Volker Neumann, der die Frankfurter Buchmesse in den vergangenen Jahren aus ihrer Lethargie riss. Vertreter großer und kleiner Verlage lobten das Kommunikationstalent des alten Buchmessedirektors, der es verstand, die Branche ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken.

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