Braupapst
Der frühe Tod des Stefan Schörghuber

Stefan Schörghuber ist nur selten öffentlich aufgetreten. Trotzdem war er in München allgegenwärtig. Als Unternehmer stand er einer großen Familiengruppe vor, zu der auch die Brauholding International (Paulaner und Kulmbacher) gehören. Am Dienstag starb der Unternehmer.

MÜNCHEN. Milliardär und Kunstmäzen war er, Herrscher über einen der größten Braukonzerne Deutschlands, über Immobilien und Hotels, Betreiber von Skiliften und einer Flugzeugleasing-Firma. Trotzdem war Stefan Schörghuber den meisten Bewohnern seiner Heimatstadt München so gut wie unbekannt. Der Unternehmer mit dem ausgeprägten Understatement ließ sich fast nie in der Öffentlichkeit blicken.

Seine Welt war die Schörghuber Unternehmensgruppe, jenes Konglomerat von Firmen, das er seit 1995 geführt hat. Als junger Mann mit nur 34 Jahren musste der gelernte Brauer in die großen Fußstapfen seines Vaters treten. Ihm blieb nicht viel Zeit, um seine eigenen Vorstellungen zu verwirklichen. In der Nacht zum Dienstag ist Stefan Schörghuber in seinem Haus in München verstorben. Der 47-Jährige hinterlässt eine Frau und drei Kinder.

"Meine Aufgabe als Gesellschafter ist es, das langfristige Überleben der Schörghuber-Unternehmensgruppe zu sichern und die Kultur als Familiengesellschaft zu erhalten." So hat Schörghuber einmal seinen Job beschrieben. Nun müssen dies andere für ihn übernehmen.

An vorderster Stelle steht dabei Finanzvorstand Hans-Peter Hoh, ein enger Vertrauter des Verstorbenen. Ihn hat Schörghuber erst vor zwei Monaten zum Chef der Biersparte gemacht, der Brau Holding International (BHI). Hoh wandte sich gestern an die 6 300 Mitarbeiter des Konzerns. Die Gruppe habe einen "verantwortungsbewussten Menschen sowie einen umsichtigen und visionären Unternehmer verloren", heißt es in einer Erklärung des Managers.

Stefan Schörghuber startete ohne abgeschlossenes Betriebswirtschaftsstudium oder Auslandserfahrung nach einer Brauer-Ausbildung direkt im vom Vater aufgebauten Konzern. Auch der Senior selbst, so wird kolportiert, sei skeptisch gewesen. Er verfügte in seinem Testament, dass der Sohn für fünf Jahre von einem Stiftungsrat kontrolliert wird. Doch Stefan Schörghuber zeigte nach dem Tod des Vaters 1995 unerwartete Führungskraft.

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