Brian Roberts
Spieler mit knallhartem Aufschlag

Monatelang hat der Chef des US-Kabelnetzbetreibers Comcast mit dem Mischkonzern General Electric über den Kauf des Medienkonzerns NBC Universal verhandelt. Jetzt endlich ist das 30 Milliarden Dollar schwere Geschäft unter Dach und Fach - und der umtriebige Manager Brian Roberts am Ziel seiner Träume.
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DÜSSELDORF. Während sich andere amerikanische Vorstandschefs gerne auf Golfplätzen tummeln, liebt Brian Robert das schnelle, kraftvolle Squash-Spiel. "Ich lerne hier Dinge, die ich im Geschäftsleben nie lernen würde", sagt der 50-jährige Chef des weltgrößten Kabel- und Medienkonzerns Comcast. Auch in diesem Jahr ließ es sich das frühere Mitglied der amerikanischen Squash-Nationalmannschaft nicht nehmen, beim Maccabiah-Turnier, eine Art jüdische Olympische Spiele, mitzumachen.

Auch im Geschäftsleben ist der Comcast-Chef für seinen harten Aufschlag bekannt. Monatelang hat der Manager mit dem Mischkonzern General Electric (GE) über den Kauf des Medienkonzerns NBC Universal verhandelt. Nun ist der Mann aus Philadelphia am Ziel seiner Träume. Das 30 Milliarden Dollar schwere Geschäft ist seit Donnerstag perfekt: Comcast kann 51 Prozent der Anteile an den Sendern und dem Hollywood-Studio von NBC Universal übernehmen. Comcast steuert dazu seine Fernsehsender wie E! und Versus sowie weitere Kanäle im Wert von 7,25 Mrd. Dollar bei. Der Kabelkonzern zahlt außerdem 6,5 Mrd. Dollar in bar an GE.Die Übernahme von NBC Universal ist das größte Mediengeschäft in den USA seit Jahren.

Nach außen gibt Roberts gerne den unkomplizierten, lockeren Typen von der Ostküste. In Geschäftsdingen gilt er als ausgesprochen charismatisch - auch wenn er knallhart seine Ziele verfolgt. Sein Abendessen mit Microsoft-Gründer Bill Gates vor zwölf Jahren in Redmond im US-Bundesstaat Washington ist unvergessen. Bei feinem Essen überzeugte Roberts den Multimilliardär, bei Comcast einzusteigen. Zwei Tage nach dem Dinner investierte Microsoft rund eine Milliarde Dollar in den Kabelkonzern.

Das Vertrauen hat sich gelohnt. Mit der Übernahme der Breitbandsparte von AT&T im Jahr 2002 stieg Comcast vom drittgrößten Kabelbetreiber in den USA zum weltweiten Branchenprimus auf. Seitdem gilt Roberts als der große Dealmaker.

Dabei war der Anfang bescheiden. Comcast wurde 1963 von Brians Vater Ralph Roberts in Tupelo im US-Bundesstaat Mississippi gegründet. Damals zählte das Unternehmen gerade 1 200 Kabelkunden. Der Unternehmer verkaufte zuvor Golfplätze und Herrenparfüm, bevor er das Kabelgeschäft entdeckte. Schon damals betrieb die Firma eine aggressive Akquisitionsstrategie. Heute gilt der 89-jährige Ralph Roberts neben John Malone mit seinen Konzernen Liberty Media und Liberty Global als der Vater des US-Kabelfernsehens.

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